Annette von Droste-Hülshoff

Kategorie: Deutsch
Eingesendet: 07.07.2006
Wörter: 12452
Autor: Nadine344
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Annette von Droste-Hülshoff


- 12.1.1797 auf Schloss Hülshoff (alter Wasserburg bei Münster) geboren
- Annette eigentlich Anna Elisabeth, wurde immer nur
Nette oder Annette genannt.
- War eine Frühgeburt (1 Monat) war krank
& schwach und konnte nicht von der Mutter gestillt werden
-> fanden eine Amme die ihr das Leben rettete
- 2 Jahre ältere Schwester Maria Anna (genannt JEnny)
- 1 Jahr jüngeren Bruder Werner Konstantin (Erbe des Schlosses Hülshoff)
- 3 Jahre jüngeren Bruder Ferdinand - Ihr Lieblingsbruder
- Sehr unterschiedliche Eltern;
Mutter (Therese Luise (geborene Haxthausen) war streng,
praktisch und energisch (Annette beschrieb sie als
"eine kluge, rasche und tüchtige Hausregentin)
Vater Clemens August Freiherr von Droste-Hülshoff;
sanfteres Gemüt der beiden, musikalisch,
Beschäftigung mit Blumen- und Vogelzucht,
im Gegensatz zu Therese:
voller Empfänglichkeit für das Reich der Fantasie und der Träume.
Mensch der die Eigenschaften der sogenannten westfälischen Volsseele:
die Kraft, die Beschaulichkeit, die Gründlichkeit, das Gottvertrauen
& eine warme/wahre Liebe zur Natur
- In vielen Eigenschaften von Annette spiegelt sich das Bild Ihres Vaters wieder

Kindheit:
- Geschwister wurden streng katholisch erzogen
- schon im Alter von 6 Jahren beginnt Annette
in Versen zu sprechen und erste Gedichte zu schreiben
- schon damals leicht reizbar, zärtlich, mit außergewöhnlichen
körperlichen und seelischen Empfindlichkeit und
überfeinerten Sinnen für die Bilder und die Gewalten
dieses Lebens begabt, gab diese jedoch auch schutzlos preis.
- Privatunterricht mit den Geschwistern, der: Griechisch,
Latein, Französisch, Mathematik, Naturkunde
und Kenntnisse der klassischen und romantischen Literatur,
sowie gründlichen Musikunterricht umfasste,
was eine sehr umfangreiche und Vielseitige Bildung
zu ihrer Zeit für Mädchen war.
- War auch musikalisch begabt und konnte großartig
am Klavier improvisieren.
- Jedoch wurde nur ein Lied, 29 Jahre nach ihrem Tod veröffentlicht.
- Wurde von den Grbrüdern Grimm gelobt, zudenen die Familie
im Sommer 1813 reisten (wo sie selbst 16 Jahre alt war).
(Ihre Verwandten Haxthausens besaßen Grundstücke in Bökendorf
& die Gebrüder Grimm gehörten nunmal auch zum Bökendorfer Kreis.
Wilhelm Grimm lobte dabei Annettes Eifer beim Sammeln
westfälischer Volkslieder und Märchen.)

Jugend (1824 - 1816):
- Ende 1814 schrieb sie ihr erstes Werk, ein Trauerspiel (Drama)
mit dem Namen "Berta" welches sie nie zu Ende schrieb,
da sie Ihre Gedanken nicht in Worte verfassen konnte
und ihr somit die Lust verging.
- Ihrem Brieffreund Anton Mathias Sprickmann schrieb sie
von ihren Sorgen, Gefühlen, ihrer Verwirrung und Unruhe
und ihre dichterischen Pläne. Diese Briefe glichen Liebesbriefen,
da sie sich in ihnen rückhaltungslos und ungehemmt ausspricht.
Jedoch befand sich nie mehr als Freundschaft zwischen den Beiden,
da Anton verheiratet und 38 Jahre älter war.
- 1815 erste schwere Krankheit
- 1816 das Gedicht "Unruhe" über die extreme Eingeschränktheit
und eingeengtheit die Frauen. Verdeutlicht wird,
wie unwohl Frauen sich zu der Zeit fühlen
und vergebens versuchen aus der vorgegebenen Frauenrolle zu flüchten.
- 1818 (mit 21) schreibt sie an "Walter" (Versepos)
- 1819 Beginnen des Romans "Ledwina"
- 1880 - Erste Notizen zur "Judenbuche"

Verwirrung durch ihr Liebesleben (1819):
- 1819/1820 (mit 22/23 Jahren) persönliche Katastophe,
da Annette sich in 2 miteinander Befreundete Studenten gleichzeitig
verliebte. August von Arnswaldt und Heinrich Straube haben
Annette im Haus ihrer Bökendorfer Verwanndten kennengelernt.
Zum Schluß wurde sie von beiden verlassen und dieses
Ereignis brachte dazu herbei dass sich ihre Freunde und
Verwandten von ihr abwandten. Von da an begann der Weg
der Einsamkeit für Annette von Hülshoff.
-Annette beginnt sich mit ihren widersprüchlichen,
einander befehdenden Anlagen, also mit ihrer zwiespältigen Haltung,
auseinanderzusetzen, was in ihrer Einsamkeit unausweichlich ist.
Diese Auseinandersetzungen fordern ihre ganze Kraft
und sie erkennt zum ersten Mal ihre zwiespältige Haltung,
aber auch ihre Begabung, zur Realität ihres Lebens an.
Das Bewusstsein der eigentümlichen Gespaltenheit ihres Wesens
erschreckt sie auf eine Weise, dass alle ihre dichterischen Arbeiten
völlig ins Stocken geraten. Sie entwickelte ein sozial-konservatives
Bewusstsein. Dadurch wurde sie für eine Frau ihrer Zeit
erstaunlich politisch interessiert, weltoffen und geradezu hellsichtig
für die sich anbahnenden geschichtlichen Entwicklungen.
Obwohl Annette adlig war, hatte sie lieber den Umgang
mit bürgerlichen Freunden und Freundinnen.

Levin Schücking (1819):
Annette stand zu ihrem Glauben, doch konfessionelle Schranken
waren ihr fremd. Sie beginnt 1819/1820 das "Geistliche Jahr",
ein Gedichtezyklus, der mit dem Gedicht auf den Ostermontag abgebrochen
wird. Den zweiten Teil des "Geistlichen Jahres"
schrieb sie erst 1839; 1840 beendete sie das "Geistliche Jahr".
In der Zeit zwischen1822 und 1824 ist nichts Erwähnenswertes
oder Bedeutsames passiert. Der turbulente und katastrophale Sommer
des Jahres 1820 wurde also verarbeitet und es sieht aus,
als seien alle Wunden verheilt. Im Herbst 1825 reist Annette,
wie seit langem schon nicht mehr, zu ihren Verwandten an den Rhein.
Dort lernte sie August Wilhelm Schlegel, Karl Simrock und ihre
später langjährigen Freundinnen Sibylla Mertens-Schaafhausen und
Adele Schopenhauer kennen. Am 25. Juli 1826 stirbt unerwartet
Annettes Vater Clemens August Freiherr von Droste-Hülshoff,
worauf ihre Mutter Therese mit ihr und ihrer Schwester Jenny auf den
Witwensitz Rüschhaus bei Münster zieht. Dort lebten sie in einsamer
Zurückgezogenheit, die sie nur durch eine längere Reise in die Schweiz
unterbrachen. In diesen Jahren entstanden neue Werke, z.B. der Versepos
"Das Hospiz auf dem großen St. Bernhard" (November 1828),
sowie die Versepen "Des Arztes Vermächtnis" und "Die Schlacht im Loener Bruch".
Damit setzte langsam die Entstehung der Drosteschen Hauptwerke ein.
1838 erschien der erste Gedichtband, der von der Öffentlichkeit
unbeachtet und nur von kleinem Kreis bewundert wurde.
Zu diesem Kreis gehörten Jakob Grimm, Ferdinand Freiligrath,
Karl Gutzkow und Levin Schücking. In demselben Jahr nahm sie an
einem literarischen Kreis der befreundeten Elise Rüdiger in Münster teil.
Dort entdeckte sie Levin Schücking, mit dem sie bald eine
enge Freundschaft verband.
Levin Schücking war der Sohn einer Freundin.
Schücking erkannte Annettes Begabung und wirkte als Anreger und
Förderer ihres dichterischen Schaffens. Annette beschäftigte sich
mit westfälischen Stoffen und arbeitete an der Novelle
"Die Judenbuche". Die Winter 1841/42 verbrachte sie auf der
Meersburg, die ihr Schwager Laßberg erworben hatte. Annette
verschaffte dem mittellosen Schücking eine Stelle als Bibliothekar bei
ihrem Schwager in Meersburg und ordnete mit ihm die Bibliothek
Laßbergs an. Schücking drängte Annette wieder zur Lyrik und sie
wurde literarisch sehr produktiv. So entstand in kurzer Zeit eine
Reihe ihrer schönsten Gedichte, unter anderem der Zyklus "Heidebilder".
Die "Judenbuche" wurde durch Schückings Vermittlungen vom
22. April 1842 bis zum 10. Mai in 16 Teilen in "Cottas Morgenblatt"
veröffentlicht. 1844 erschien der zweite Gedichtband von Annette.
Von dem Honorar des Gedichtbands erwarb sie im November ihr
"Fürstenhäuschen" oberhalb Meersburg in einem Weinberg.
Dieses "Fürstenhäuschen" bereitete Annette besondere Freude
und so schrieb sie ihren Freunden voller Begeisterung von ihren
Plänen der Einrichtung des Hauses. Leider konnte Annette es in
ihren letzten Jahren wegen ihrer Krankheit nur sehr selten bewohnen.

Die Judenbuche:
Annette lebte auf der Burg bei ihrer Schwester Jenny und ihrem Schwager
Laßberg. 1845/46 sah sie zum letzten Mal ihre westfälische Heimat wieder
und brach im September 1846 fiebernd und krank noch einmal von Rüschhaus
nach Meersburg auf. Dort lebte Annette bis zu ihrem Tod am 24. Mai 1848.
Sie starb im äußeren Gartenturm der Meersburg. Ihr Grab steht auf
dem Meersburger Friedhof; es ist ein einfacher efeuumrankter Stein, auf
dem die Worte "Ehre dem Herren" stehen.

Als sie wegen ihrer schwächlichen Gesundheit den mütterlichen
Sitz Rüschhaus verlassen und auf Schloss Meersburg am Bodensee leben
musste, galt noch dem Münsterland ihre ganze Liebe und Sehnsucht.
Ihre Sprache war westfälisch, herb und kraftvoll. Sie liebt das
Gespenstische und Spukhafte und ihre Gestalten haben oft die Gabe
des zweiten Gesichts. Annette war in erster Linie Lyrikerin und
unter ihren Gedichten zählen die Naturbilder zu ihren schönsten Werken.
Aus ihnen spricht zum ersten Mal die "naturversponnene Dämmerung
des Münsterlandes, die noch nie zuvor vom Wort des Dichters
durchlichtet worden war". Ihre Werke entdecken die eigenartige
Stimmung der Moore und die Poesie der westfälischen Heidelandschaft.
Ihr starkes Einfühlungsvermögen in die kleinen Dinge der Natur ist
das Besondere ihrer Ausdrucksweise. Die feinfühlige Dichterin spürt
und hört die geringsten Geräusche und beobachtet mit
außerordentlicher Schärfe das Unscheinbare der Gottesnatur!
Ihre schönsten Gedichte sind: "Im Grase", "Mondesaufgang", "Am Turme"
und die Ballade "Der Knabe im Moor".
"Die Judenbuche" ist ein Meisterwerk der deutschen Novellenkunst.
Diese Novelle ist ein Werk des Übergangs von der Romantik zum Realismus.
Knapp und realistisch beginnt sie dieses Werk, romantisch sind aber die
Landschaftsbeschreibungen, der Aberglaube der Dorfbewohner und die
Stimmungskunst, realistisch hingegen wiederum die sachliche Art der
Schilderung. Neben ihren Gedichten und Balladen wird diese Novelle als
Kernstück ihres dichterischen Werkes über die Zeiten und ihren Wandel
hinweg dauern und im Volk bleiben.

Letzte Jahre:
In dem nachfolgenden Gedicht "Am Turme"
hört man deutlich ihre Sehnsucht nach Freiheit heraus,
da zu ihrer Zeit eine bestimmte Frauenrolle vorgegeben war
und die Frauen somit sehr eingeschränkt waren.
Man hört aus diesem Gedicht, dass sie einfach mal sie selbst sein will,
ihren Gefühlen freien Lauf lassen will
und dass sie sich mit ihrer Frauenrolle eingeengt und gefangen fühlt.
Dies wird z.B. klar, als sie
"wär' ich ein Mann doch mindestens nur" schreibt.
Es wird auch in vielen Stellen sehr deutlich,
dass sie sich nach Abenteuer sehnt und einfach mal wild
nd frei sein möchte, anstatt die Brave, Stille und Feine zu sein.

Anmerkung des Einsenders: Alles schööön in Stichworten zum löörnen und vortragen^^
Yeahr dafür gabs ne 1- xD

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