| Kategorie: | Chemie |
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| Eingesendet: | 05.12.2005 |
| Wörter: | 13147 |
| Autor: | Schwuzi |
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Kunstfasern
Kunstfasern nehmen in den Bereichen Bekleidung und Heimtextilien den Spitzenplatz unter den verarbeiteten Rohstoffen ein. Gründe hierfür sind zum einen die charakteristischen Eigenschaften der Kunstfasern, zum anderen aber vor allem auch die Möglichkeit, dass diese Fasern durch Änderung der Ausgangsstoffe, des Herstellungsprozesses und durch bestimmte Nachbehandlungen sozusagen bedarfsgerecht für die unterschiedlichen Einsatzzwecke „konstruiert“ und mit den gewünschten Eigenschaften versehen werden können. Weltweit werden heute bereits mehr Kunstfasern als Baumwolle produziert. Kunstfasern lassen sich grob unterscheiden in Zellulosefasern und Synthesefasern.
Zellulosische Kunstfasern bestehen wie Baumwolle aus Zellulose. Zu dieser Gruppe gehören vor allem:
Synthetische Kunstfasern werden aus den Rohstoffen Kohle, Erdöl und Erdgas hergestellt. Charakteristische Eigenschaften der gebräuchlichsten Synthesefasern: pflegeleicht, nicht quellend, sehr haltbar, beständig gegen Mikroorganismen und Insekten, geringe Feuchtigkeitsaufnahme (fühlen sich rasch feucht an), trocknen schnell, laden sich elektrostatisch auf. Die geringe Feuchtigkeitsaufnahme und die elektrostatische Aufladung beeinträchtigen den Tragekomfort. Mit antistatischer Ausrüstung und Mischung mit Naturfasern können diese Nachteile teilweise ausgeglichen werden. Die wichtigsten Synthesefasern sind:
Viskose ist die wichtigste Kunstfaser aus Zellulose und wird vor allem für Oberbekleidung, Heimtextilien und Accessoires verwendet. Charakteristische Eigenschaften sind der baumwoll- bzw. seidenähnlicher Griff, die leichte Einfärbbarkeit und die gute Temperaturbeständigkeit. Sie hat eine geringe Nassfestigkeit, knittert stark, ist nicht formbeständig und leicht entflammbar. Viskose lädt sich nicht elektrostatisch auf. Am Herstellungsprozess sind Natronlauge, Schwefelkohlenstoff, Zellulosexanthogenat und Schwefelsäure beteiligt. Oft erfolgt auch eine Chlorbleiche.
Die Kunstfaser Acetat bzw. Triacetat wird eingesetzt bei Oberbekleidung, Futterstoffen, Accessoires und Unterwäsche. Die Fasern bestehen aus Essigsäure verbundener Cellulose. Sie nehmen weniger Feuchtigkeit auf und sind temperaturempfindlicher als die anderen zellulosischen Fasern. Textilien aus Acetat sind pflegeleicht und trocknen schnell. Die Gewebe sind glatt und seidig, relativ unempfindlich gegen Knittern, Mottenfraß und Schimmelpilzbefall, besitzen ein gutes Wärmehaltevermögen. Sie sind leicht entflammbar und nur bedingt scheuerfest.
ModalModalfasern werden für Oberbekleidung, Wäsche und Heimtextilien verwendet. Modal wird ähnlich wie Viskose hergestellt, hat aber eine höhere Festigkeit und ist strapazierfähiger. Es ist leicht entflammbar, neigt weniger zum Knittern und ist sehr nassfest.
Cupro (Chemiekunstseide)Cupro wird als Oberbekleidung, Futterstoffe, Accessoires und Unterwäsche verwendet. Cupro hat einen weichen, geschmeidigen Griff, einen seidigen Fall, glänzt und ist gut waschbar. Am Herstellungsprozess sind Kupferoxid und Schwefelsäure beteiligt.
PolyesterfasernPolyesterfasern sind die vielseitigsten und am weitesten verbreiteten synthetischen Fasern. Rein oder in Mischung mit Zellulosefasern oder Wolle werden sie eingesetzt für Oberbekleidung, Futterstoffe, Unterwäsche, Heim- und Haustextilien und Nähfäden. Hervorzuhebende Eigenschaften von Polyesterfasern sind ihre sehr hohe Reiß- und Formbeständigkeit, die gut Scheuerfestigkeit und die hohe Elastizität. Polyester-Textilien sind nahezu knitterunempfindlich, säurefest, gut licht- und wetterbeständig, nehmen aber nur äußerst wenig Feuchtigkeit auf.
Polyamidfasern
Polyamid ist die zweitwichtigste synthetische Faser. Sie wird rein oder in Mischung mit Wolle zu Oberbekleidung, Unterwäsche, Strumpf- und Miederwaren, Spitzen, Accessoires, Regenschirmstoffen, Futterstoffen, Heimtextilien und Nähfäden verarbeitet. Polyamidfasern sind leicht, haben eine hervorragende Reiß-, Dauerbiege- und Scheuerfestigkeit und sind formbeständig. Polyamid ist gegen Alkalien relativ beständig.
Elasthan
Elasthan ist eine Kunstfaser aus dem Kunststoff Polyurethan und wird für Miederwaren, Bade- und Sportbekleidung sowie elastische Bündchen an Wäsche und Socken verwendet. Es ist so elastisch wie Gummi, wird jedoch nicht so schnell brüchig. Elasthan ist unempfindlich gegen Schweiß, Kosmetika und Waschmitteln, vergilbt und vergraut aber schnell und ist empfindlich gegenüber chlorhaltigen Bleichmitteln und Temperaturen über 100°C.
Mikrofasern
Mikrofasern werden seit einigen Jahren zunehmend in modischer Freizeitbekleidung, Sport- und Wetterbekleidung, Heimtextilien. Als Mikrofasern werden Kunstfasern mit einem sehr kleinen Durchmesser bezeichnet. Textilien aus bzw. mit Mikrofasern sind wasserabweisend, winddicht, wasserdampfdurchlässig, hautsympathisch, atmungsaktiv und gewährleisten ein gutes Körperklima. Sie besitzen gute Funktionalität, haben eine ansprechende Optik und sind geschmeidig im Griff und im Fall.
Kunstfasern bzw. Chemiefasern sind künstliche Faserstoffe, die aus natürlichen oder synthetischen Erzeugnissen hergestellt werden. Aus natürlicher Zellulose werden Reyon und Zellwolle hergestellt. Andere Kunstfasern gewinnt man aus dem Milchkasein, Erdnusseiweiß oder Algenstoffen. Vollsynthetische Kunstfasern werden aus verschiedenen einfachen Verbindungen durch Polykondensation, Polymerisation und anschließendes Verspinnen und Strecken hergestellt.
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finde die Übersicht ist gut und verständlich gemacht