| Kategorie: | Biologie |
|---|---|
| Eingesendet: | 27.01.2007 |
| Wörter: | 6155 |
| Autor: | VeronicaMars |
| Dokument melden: |
Die schmerzhaftesten äußeren Verletzungen sind Verbrennungen und Verbrühungen. Pro Jahr erleiden in Deutschland 700 000 Menschen Brandverletzungen, sehr oft aus Leichtsinn oder Unachtsamkeit. Bei Kindern sind Verbrennungen und Verbrühungen die zweithäufigste Unfallursache. Das Ausmaß der Verletzung ist dabei abhängig von der Art des heißen Stoffes, seiner Temperatur und Einwirkungsdauer. Siedendes Wasser hat z. B. eine Temperatur von ca. 100°C, Öl in einer Friteuse ca. 200°C und eine offene Flamme ca.1200°C. Schon 52°C heißes Wasser schädigt die Haut.
Anatomie der Haut
Eine Verbrennung ist in der Medizin eine Schädigung der Haut durch übermäßige Wärme, heiße Flüssigkeiten (Verbrühungen) oder starke Sonneneinstrahlungen (Sonnenbrand). Verbrennungen können auch durch elektrischen Strom oder Reibung entstehen. Die Haut besitzt eine schlechte Wärmeleitfähigkeit und kann bei hohen Temperaturen die Wärme nicht gleichmäßig verteilen, sodass es zu einer Schädigung des Gewebes kommt. Durch Kontakt mit extremen kalten Objekten (z.B. flüssigen Stickstoff) kann die Haut Verbrennungsähnliche Symptome davontragen. Man spricht dann umgangssprächlich von Kälteverbrennungen.
Die Haut gliedert sich in zwei Schichten, die Kutis und die Subkutis.
Kutis
Die oberste Schicht ist die so genannte Kutis. Sie besteht aus der Oberhaut, der so genannten Epidermis und der darunter liegenden Ledeerhaut, die man in der Fachsprache Korium nennt. In der Epidermis findet eine ständige Zellerneuerung statt. Die Epidermis kann sich innerhalb von 28 Tagen regenerieren. Die Lederhaut besteht aus Bindegewebe, das mit Nerven,Gefäßen und Muskeln durchzogen ist.
Subkutis
Das Unterhautfettgewebe (Subkutis) zählt auch zum Aufbau der Haut. Es besteht aus Fettgewebe,das von Gefäßen durchzogen wird.
Entsprechend der Stärke der Verbrennung erfolgt eine Einstufung in:
1.Grad:
2a.Grad:
2b.Grad:
3.Grad:
4.Grad:
Eine zweit- bis drittgradige Verbrennung kann ab 10 Prozent verbrannter Körperoberfläche beim Erwachsenen und ab 5 Prozent verbrannteer Körperoberfläche beim KInd zum lebensgefährlichen hypovolämischen Schock führen.
Die Rötung ist durch eine Weitstellung der (Schließmuskeln) bedingt, was zu einer erhöhten Durchblutung im kapillären Stromgebiet führt. Es handelt sich um eine Entzündungsreaktion.
Die Schwellung bedeutet, dass in zu hohen Mengen Plasma den Gefäßraum verlässt und ins umgebende Gewebe gelangt (Extravasatio). Bei der Blasenbildung ist diese Erscheinung so ausgeprägt, dass es zur Lösung von interzellulären Verbindungen (Zellkontakt) kommt.
Weisßliche Verfärbungen sind Ausdruck der verlorengegangenen Reaktionsfähigkeit des verbrannten Gewebes. Die Durchblutung ist unterbrochen, womit auch keine Ernährung mehr stattfinden kann. Das bedeutet, dass dieses Gewebe schlichtweg abgestorben ist. Das Gleiche gilt für graue oder schwarze Verfärbung. Durch die Schädigung der Körperzellen oder Kapillargefäße kommt es zu Durchblutungsstörungen an den betroffenen Stellen. Zellmembranen werden plasmadurchlässig. woraufhin sich ein Verbrennungsödem (Blasen) durch die Ansammlung von Körperflüssigleit bildet. Bei offenen Brandwunden dritten Grades tritt das Blutplasma bereits aus den Wunden heraus.
Verkohlung, keine Schmerzen, alle Hautschichten und darunter liegende Knochen/Faszien betroffen,irreversibelschwarz-weiß-Nekrosen, keine Schmerzen,Kutis und Subkutis betroffen,irreversibelBlasenbildung, leichte Schmerzen, Epidermis und Dermis betroffen, irreversibelBlasenbildung,starke Schmerzen,Epidermis und oberflächliche Schichten des Coriums betroffen,vollständig reversibelRötung und leichte Schwellungen der Haut, Schmerzen,Epidermis betroffen, vollständig reversibelAuswirkungen
Die wichtigste Maßnahme bei kleineren Brandwunden ist eine rasche und ausreichende Kühlung mit sauberem kalten Wasser. Diese Maßnahme dient sowohl der Schmerzstillung als auch der Entzündungshemmung.
Brandblasen nach Möglichkeit nicht aufstechen, denn die Blasendecke stellt einen sterilen Wundschutz dar. Geplatzte Blasen möglichst keimfrei abdecken, beispielsweise mit einer sterilen Kompresse.
Bei großflächigen Verbrennungen oder Verbrühungen von mehr als
15 % der Körperoberfläche droht Schockgefahr! Dies ist insbesondere bei Kindern zu beachten.
Bei Verbrühungen sollte die nasse Kleidung entfernt werden, festklebende Kleidungsstücke allerdings nur vom Arzt. Die betroffene Stelle sollten Sie am besten mit einem sauberen Tuch abdecken und den Verletzten so rasch wie möglich in ein Krankenhaus bringen bzw. durch einen Notarzt versorgen lassen. Wegen der Gefahr der Unterkühlung sollte der Verletzte zusätzlich in eine Decke gehüllt werden. Rasches Handeln ist entscheidend!
Neben den Sofortschäden wie Schmerzen, dem zerstörten Gewebe und der akuten Lebensgefahr besteht an den Wunden höchste Infektionsgefahr. Die entstehenden Narben verursachen funktionelle wie kosmetische und damit auch psychische Probleme. Oft werden Hauttransplantationen nötig.
Diskussion
Dein Kommentar
Was hältst du von dem Dokument Verbrühungen und Verbrennungen? Sag uns eines Meinung!
Kommentare