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Termiten


Kategorie: Biologie
Eingesendet: 18.11.2002
Wörter: 6984
Autor: wow666
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Termiten

Termiten

Ordnung staatenbildender Insekten mit zahlreichen Arten, die verbautes Holz, etwa Möbel oder Häuser, schädigen können. Die über 2 000 bekannten Arten sind überwiegend in tropischen Ländern verbreitet, einige jedoch auch in den gemäßigten Zonen Nord- und Südamerikas; zwei Arten kommen in Südeuropa vor. Termiten weisen in Aussehen und Verhalten oberflächliche Ähnlichkeiten zu Ameisen auf. Diese gehören jedoch einer höher entwickelten Insektenordnung an, zu der auch Bienen und Wespen zählen, während Termiten relativ ursprüngliche Insekten sind. Termiten haben eine breite Taille und einen weichen Körper und machen nur eine unvollständige Verwandlung durch (siehe Insekten: Metamorphose). Termiten haben bemerkenswerte soziale Verhaltensmuster entwickelt, die fast so komplex sind wie die der Ameisen, staatenbildenden Bienen und Wespen.

Kasten

Alle Termiten sind staatenbildend. Ein Termitenstaat kann zwischen 100 und einer Million Tiere umfassen und wird – neben den Larvenstadien – von mehreren Formen dieser Insekten mit unterschiedlichem Körperbau gebildet, die als Kasten spezielle Aufgaben im Leben des Volkes wahrnehmen. Bei sozial höherentwickelten Arten gibt es drei Hauptkasten: Geschlechtstiere, Soldaten und Arbeiter. Geschlechtstiere und Soldaten treten in zwei oder drei unterschiedlichen Formen auf, die jeweils bestimmte Arbeiten übernehmen. Alle Formen sind zweigeschlechtlich, jedoch werden die Fortpflanzungsorgane nur bei den Geschlechtstieren vollständig ausgebildet.

Unter den Geschlechtstieren gibt es dunkel gefärbte männliche und weibliche Tiere mit voll entwickelten Flügeln und Komplexaugen. Sobald diese das Reifestadium erreicht haben, schwärmen sie aus. Nach diesem Flug werfen sie ihre Flügel ab und paaren sich. Ein männliches und ein weibliches Tier bilden dann die Keimzelle eines neuen Termitenstaates. Sie sind ausschließlich mit der Produktion von Nachkommen beschäftigt. Diese Geschlechtstiere leben länger als andere Termiten, wobei das Weibchen, die Königin, größer ist als die anderen Angehörigen des Volkes. Die Geschlechtstiere mancher tropischer Arten werden zehn Jahre alt. Die Königin wird außerordentlich groß und kann eine Länge von zehn Zentimetern erreichen. Ihr Hinterleib wird von der Vielzahl der Eier so aufgetrieben, daß sich die Königin nicht mehr bewegen kann. Die Eier werden mit verblüffender Geschwindigkeit gelegt, bei manchen Arten bis zu 30 000 am Tag. Die meisten Termitenstaaten haben nur ein Paar Geschlechtstiere.

Alle anderen Kasten sind unfruchtbar und flügellos. Ihre Körperfarbe ist weißlich. Im typischen Fall sind die Arbeiter zahlenmäßig am stärksten vertreten. Sie sind auch die kleinsten adulten (erwachsenen) Tiere. Arbeiter errichten den Bau, versorgen die Kolonie und pflegen die Brut. Bei einigen Arten gibt es keine eigentliche Arbeiterkaste; die Arbeiten werden hier von noch undifferenzierten Jugendstadien übernommen. Bei allen Arten finden sich Soldaten mit stark vergrößerten Köpfen. Zur Verteidigung des Staates sind die Soldaten mancher Arten mit großen Kiefern ausgestattet, bei anderen Arten hingegen haben sie lange nasenartige Vorsprünge (Nasuti), aus denen sie eine klebrige giftige Substanz verspritzen, mit der sie ihre Feinde bedecken und sie auf diese Weise hilflos machen.

Lange ging man davon aus, daß in den Erbanlagen festgelegt sei, welches Tier sich zu einem Angehörigen einer bestimmten Kaste entwickelt. Neuerdings konnte man jedoch zeigen, daß sich die Jugendstadien je nach dem Bedarf im Staat zu unterschiedlich spezialisierten Formen entwickeln können. Die Geschlechtstiere scheiden an der Körperoberfläche hormonartige Substanzen aus, mit deren Hilfe verhindert wird, daß weitere Elterntiere entstehen. Diese Substanzen werden von den Arbeitern aufgeleckt, wenn sie das Elternpaar pflegen, und – wahrscheinlich mit der Nahrung – an die anderen Angehörigen des Staates weitergegeben. Stirbt jedoch das Paar und fehlen diese Hemmstoffe, so können Tiere bestimmter Jugendstadien schnell Fortpflanzungsorgane entwickeln und fruchtbar werden. Auf ähnlichem Weg wird immer für die erforderliche Anzahl von Soldaten gesorgt.

Ernährung

Termiten ernähren sich hauptsächlich von Holz und anderen cellulosehaltigen Substanzen. Zum Teil wird die Cellulose von Protozoen verdaut, die symbiotisch in den Eingeweiden der Arbeiter leben (siehe Symbiose). Von den Protozoen produzierte Enzyme wandeln die Cellulose in Bestandteile um, die von den Termiten aufgenommen werden können. Die Arbeiter geben die verdaute Cellulose an diejenigen Angehörigen ihres Volkes weiter, die keine Protozoen beherbergen. Einige Arten ernähren sich auch von Schimmelpilzen, die sie kultivieren. Wieder andere Arten erhalten ein bestimmtes flüssiges Sekret von einigen Käferarten, die als „Gäste“ im Termitenvolk leben (diese Käfer werden unter der Sammelbezeichnung Termitophile zusammengefaßt).

Bauten

Die Termitenbauten sind von sehr verschiedener Form. Die Nester bestimmter tropischer Arten sind große, hügelartige Bauten, oft bis zu sechs Meter hoch. Diese Bauten haben zementharte Wände, die aus mit Speichel vermischtem Erdreich bestehen und von der Sonne „gebrannt“ werden. Innerhalb des Baues finden sich zahlreiche Kammern und Galerien, die durch ein komplexes Gangsystem miteinander verbunden sind. Es gibt ein Entlüftungs- und Entwässerungssystem; die Wärme, die für die Brut benötigt wird, entsteht durch die Gärung organischer Stoffe, die in den Brutkammern gespeichert werden.

Manche Termiten sind äußerst schädlich, da sie in hölzerne Gegenstände und Bauten Gänge fressen, um an Nahrung zu gelangen. Läßt man sie gewähren, so fressen sie so lange vom Holz, bis nur noch dessen äußerste Hülle übrigbleibt.

Bekämpfung

Um in Regionen, wo Termiten vorkommen, Schäden an Gebäuden vorzubeugen, dürfen die Fundamente eines Hauses nicht aus Holz gebaut werden. Da aber auch in Fundamenten aus anderen Materialien Risse auftreten können, die Termiten Durchschlupf zu hölzernen Hausteilen gewähren, ist in manchen Fällen der Einsatz von Insektiziden nicht zu vermeiden. Die meisten Arbeitertermiten können nur in einer feuchten Umgebung überleben, man sollte daher trockene Luft in die Termitenbauten einleiten.

Systematische Einordnung: Termiten bilden die Ordnung Isoptera.

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Kommentare

  • unbekannt
    Wed, 27 Jan 2010 09:55:54 GMT Möööp xD von Opfer (Gast)

    Cool ^^ echt man kann hier so viel lernen xD

  • unbekannt
    Thu, 27 Jul 2006 15:16:40 GMT schade:( von Kromis (Gast)

    kommt leider n bisschen zu spät