Instinkte

Kategorie: Biologie
Eingesendet: 05.10.2006
Wörter: 8061
Autor: leiaorganasolo
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Instinkte

 

INSTINKTE


I. Einleitung


  • angeborenes Verhaltensmuster:


    • nur, wenn bei allen Exemplaren einer Art vorhanden, auch bei insolierten oder bei Exemplaren, die an der Ausübung ihrer natürlichen Verhaltensfigur gehemmt wurden


    • Bsp: Schmutzgeier wurde isoliert, nach 7 Monaten das erste Mal mit Straußenei konfrontiert, nahm Stein und schlug das Ei auf



  • vor allem bei Kommunikation, Jagd-, Flucht-, Abwehr- und Meideverhalten


    • Beispiele:


      • Meideverhalten: schlangenfressende Küken meiden die Korallenschlange


      • Fluchtverhalten: Enten-und Hühnerküken erkennen die Umrisse eines Greifvogels


      • Jagdverhalten: wespenfressende Biene erkennt Wespe am Geruch





  • manche Instinkte kommen erst später zum Ausdruck

    • Mauersegler könen erst fliegen, wenn Federn gewachsen sind, müssen das aber nicht erst lernen



  • 4 grundlegende Faktoren:


    • Schlüsselreize


    • modale Bewegungsabläufe


    • Motivation


    • programmiertes Lernen(Prägung)




II.Schlüsselreiz



  • Reiz, der eine Instinkthandlung auslöst



  • einfach, eindeutig, auffällig


    • Beispiel Amsel(Folie)



    • Untersuchung:

      • Amselpräparat





==>Nestlinge reagieren


      • Amselpräparat wird vereinfacht


      • am Ende bleiben zwei Kreise übrig


  • Unterscheidung



    • Wirkung:


      • motivierend (löst das Appetenzverhalten aus)


      • richtend (Bsp: Beutejagd, Ausrichtung auf die Beute)


      • auslösend (löst letztendlich die Instinkthandlung aus)





    • Art:


      • optisch (roter Fleck am Möwenschnabel)


      • chemisch (Pheromone bei Faltern)


      • akustisch (Bettelruf eines Jungvogels)


      • Berührung (Vibration am Nest bei Amseln)





  • Sender der Schlüsselreize nennt man Auslöser



  • Unterscheidung:


    • angeborener auslösender Mechanismus (AAM)

      • Funktionseinheit, die den Schlüsselreiz auswählt und die Instinkthandlung auslöst





    • durch Erfahrung ergänzter AAM (EAAM)



    • erwobener Auslösemechanismus

      • durch Eltern erlernter Mechanismus





III. Modale Bewegungsabläufe



  • kompletter Bewegungsablauf als Reaktion auf Schlüsselreiz



  • Beispiel Graugans:


    • Ei rollt aus dem Nest


    • Gans streckt den Hals


    • rollt das Ei ins Nest zurück


    • scheint wohlüberlegte Handlung, würde jedoch mit anderen runden, glatten Gegenständen genauso ablaufen(Teleonomie)







  1. Motivation



  • frühere Bezeichnung: Trieb


  • Bereitschaft eines Tieres, ein bestimmtes Verhalten auszuführen



  • hängt ab von


    • Tageszeit


    • Jahreszeit


    • Alter, Reifezustand


    • Hormonen


    • Gesundheitszustand


    • Erfahrungen


    • Nahrungsangebot:





      • besteht ein Mangel, ist die Motivation größer


      • besteht keine Mangel, sinkt die Motivation unter einen Schwellenwert, der für den Auslös einer instinktiven Handlung erreicht werden muss



  • Schwellenwert ist durch Gewöhnung veränderbar


    • Beispiel:


      • Meeresnacktschnecken fliehen durch eine Substanz in den Tentakeln ihres Fressfeindes(=> chemischer Schlüsselreiz)


      • nach mehrmaliger Berührung mit dieser Substanz keine Reaktion mehr




==>Schwellenwert erhöht

      • keine Muskelermüdung, denn Lichtblitz stellt Schwellenwert sofort wieder her



  • Tier auf Nahrungssuche zeigt Appetenzverhalten, dass durch Motivation bedingt ist

    • keine alleiniger Auslöser, Schlüsselreiz trotzdem nötig



  • Motivation kann dabei so stark ansteigen, dass Instinkthandlung ohne Schlüsselreiz ausgeführt wird


==>Leerlaufhandlung


  • Zusammentreffen zweier entgegengesetzter Schlüsselreize(z.B. ein Tier wird bedroht, muss aber das Revier verteidigen)


    • beide Instinkthandlungen werden ausgeführt(abwechselnd oder gleichzeitig)


    • der schwächere Reiz wird unterdrückt


    • Umorientierung: Instinkthandlung wird auf unbelebte Dinge gerichtet(Aggression wird gegen Baumstumpf gerichtet, weil sich das Tier dem anderen unterlegen fühlt)


    • Übersprungshandlung: sind beide Motivationen gleich stark, wird etwas Sinnloses ausgeführt, wie z.B. Putzen, beide Motivationen hemmen sich



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