| Kategorie: | Biologie |
|---|---|
| Eingesendet: | 12.04.2007 |
| Wörter: | 23522 |
| Autor: | Whity89 |
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Die Evolution der Menschen
Definition Evolution:
vom lateinischen
evolvere: sich aus etwas herausentwickeln
1. Die Urprimaten
Vor 65 Mio. Jahren entstanden die
ersten Urprimaten in Afrika. Ein Primat ist ein Säugetier, das ein hoch
entwickeltes Gehirn besitzt. Diese waren
kleine auf dem Baum wohnende Nachttiere, die dem heutigen Spitzhörnchen ähnlich
waren und im feuchten, warmen Klima lebten. Sie waren gute Kletterer mit
besonders gut ausgebildeten Augen und besaßen Pfoten und Klauen. Die Welt sah
damals noch anders aus. Nordamerika war mit Europa verbunden, aber nicht mit
Südamerika. Indien war noch kein Teil Asiens und Australien lag in der Nähe der
Antarktis.
2. Australopithecus anamensis
Die ältesten Funde der
Australopithecinen sind die des Australopithecus anamensis, die knapp über 4
Mio. Jahre alt sind und im Norden Kenias gefunden wurden. Seine Nahrung bestand
hauptsächlich aus Früchten und Wurzeln. Er war 1,2 Meter groß, wog 35 – 55
Kilogramm und sein Gehirnvolumen betrug ca. 400 – 500 cm³. Der aufrechte Gang
war im Gegensatz zu seinen Vorfahren recht weit entwickelt. Da es in den
Gebieten wo er lebte sehr heiß war, wurde sein Körper durch das aufrecht Gehen
nicht so stark von den Sonnenstrahlen getroffen. Gegen Feinde besaß er keine natürliche
Verteidigung, also blieb ihm nur die Flucht auf die Bäume übrig.
3. Australopithecus afarensis
Dieser Primat lebte vor ca. 3,7
Mio. Jahren in Tansania. Eines der berühmtesten Funde dieser Art wurde „Lucy“
genannt. Der Name stammt von dem damaligen Beatles-Hit „Lucy in the Sky with
Diamonds“. Es war deshalb ein berühmter Fund, weil der ganze Körper vor ca. 3,7
Mio. Jahren von einem vulkanischem Regen konserviert worden und deshalb gut
erhalten war. Australopithecus afarensis war wie sein Vorgänger ca.
30 bis 50 kg schwer, höchstens 1,2 Meter groß und das Gehirnvolumen betrug ca.
400 – 500 cm³. Der Gang war aufrecht und die Zähne deutlich größer als beim A.
anamensis. Durch den aufrechten Gang haben sich die Zehen verkleinert und waren
nicht mehr gespreizt um auf Bäume zu klettern. Sie bildeten immer kleine
Gruppen von ca. 20 Mitgliedern, die kein bisschen sesshaft waren. Jedes
Mitglied war für seine eigene Nahrungsbeschaffung verantwortlich. Zu der
Nahrung gehörten Früchte und Wurzeln, an Fleisch zeigten sie fast kein
Interesse.
Vor 2,5 Mio. Jahren begann das
afrikanische Klima abzukühlen und trockener zu werden. Dies bedeutete für den
A. afarensis eine Verlagerung seines Lebensraumes in weit entfernte, trockene Gebiete.
In diesen Gebieten machten sich die starken Zähne dieser Primaten sehr
nützlich, da sie sich von harter Nahrung ernähren mussten.
4. Australopithecus africanus
Der A. africanus lebte vor ca. 3 Mio. Jahren in Südafrika.
Im Jahre 1924 fand man die ersten Knochen von diesem Primaten. Er war 1,4 Meter
groß, wog zwischen 30 und 60 Kilogramm und sein Gehirnvolumen war kleiner als
das von seinem Vorgänger. Es betrug ca. 420 cm³.
Durch die harte Nahrung die sie zu sich genommen haben, hat
sich das Gebiss verändert. Die Backenzähne wurden größer und kräftiger und die
Schneide- und Eckzähne wurden kleiner. Um sich die Nahrungsaufnahme zu
erleichtern benutzten sie, als aller erste Primaten, Werkzeuge wie Steine und
Knochen. Jedoch waren sie noch nicht in der Lage diese Werkzeuge so zu formen,
dass sie es leichter hatten mit ihnen umzugehen.
Von da an fing die kulturelle Evolution an. Da heißt, dass
sie ihr Wissen durch Kommunikation an die nachfolgende Generation weitergegeben
haben. Die Nachfolgende Generation hat dieses Wissen immer mehr und mehr
ausgebaut und auch weitergegeben.
Aus diesem Primaten entwickelte sich
Homo rudolfensis. Homo ist lateinisch und bedeutet Mensch. Es entwickelten sich
also die ersten Menschenaffen. Danach folgte Homo ergaster und nach ihm Homo
erectus.
5. Homo erectus
Vor 2 Mio. Jahren lebte der Menschaffe
Homo erectus. Sein Skelett war größer und kräftiger wie das seiner Vorgänger.
Man geht deshalb davon aus, dass er viel Kraft hatte und auch benötigte, um
Nahrung und Materialien zu seinem Wohnort zu tragen. Das heißt, dass diese
Menschenaffen sesshaft waren. Auch sein Gehirnvolumen veränderte sich, das bei
ca. 1000 cm³ lag und die Schädelform wurde viel Menschenähnlicher. Er war 1,65
Meter groß und konnte ein Gewicht von 65 Kilogramm erreichen.
Auch die Ernährung änderte sich.
Homo erectus entwickelte sich zum Allesfresser mit hohem Fleischanteil, was
sich als Vorteil erwies. Da der Darm eines Fleischfressers nur halb so lang ist
wie der eines Pflanzenfresser, verbraucht der Körper viel weniger Energie. Der
Grund für die neu entwickelte Ernährungsweise lag möglicherweise daran, dass
das Gehirn immer mehr an Volumen zunahm und deshalb mehr Energie für sich
beanspruchte. Das Gebiss des Homo erectus hatte sich stark durch den Einsatz
von Werkzeugen verändert. Seine Vorgänger benötigten ein starkes Gebiss mit
großen Backenzähnen, um die harte Nahrung zu zermalmen. Homo erectus
zerkleinerte seine Nahrung mit Werkzeugen wodurch die Backenzähne sich
verkleinerten, da die Werkzeuge diese Aufgabe übernahmen.
Die Hände waren für den Gebrauch
von Werkzeugen sehr wichtig. Im Laufe der Evolution haben sich die Finger so
entwickelt, dass sie nicht mehr zum Klettern geeignet waren. Die Finger wurden
gerade. Beim Homo erectus wurden der Daumenknochen und die Sehne stärker, was ihm
ermöglichte einen Gegenstand mit dem Daumen und den anderen Fingern zu halten.
Das heißt, dass er zum Beispiel einen Strohhalm nicht wie ein Schimpanse mit
der ganzen Handfläche hielt, sondern dass er ihn zwischen Daumen und
Zeigefinger halten konnte. Diese Funktion ermöglichte ihnen es ein Objekt mit
kontrollierter Kraft zu bearbeiten und daraus ein Werkzeug herzustellen.
Zu den Werkzeugen zählten scharfe
Steinmesser die in der Herstellung einfach waren. Diese wurden zum Öffnen harter
Früchte oder zur Zerkleinerung des Fleisches genutzt.
Sehr schnell kam es zu Auswanderungen aus Afrika nach Asien,
Europa und er
drang in kühlere und regenreichere Gebiete vor. Diese Ausbreitung war nur
möglich, weil Homo
erectus die Beschaffung von Nahrung verbessert hatte und den
Lebensraum besser ausnutzen konnte.
Homo erectus war der erste Menschenaffe der den Gebrauch von
Feuer kontrollieren konnte und sich somit viele Vorteile verschaffte. Er konnte
mit dem Feuer Tiere vertreiben, die Nahrung erhitzen und in kältere Kontinente
ziehen.
Das Jagdverfahren wurde vom Homo erectus immer weiter
entwickelt. Es ging von Keulen bis zur Treibjagd, das auch mit dem Gebrauch des
Feuers zu tun hatte um die Tiere in Sümpfe zu jagen und sie dort zu schlachten.
Nach Homo erectus folgte Homo
heidelbergensis. Als vor ca. 118 000 Jahren die Eiszeit begann, entstanden aus
Homo heidelbergensis zwei Gruppen. Die eine war der Neandertaler, der im Norden
in den Eisgebieten lebte. Die andere war unser Vorfahre Homo sapiens, der im
Süden lebte wo es keine Eiszeit gab, es jedoch sehr trocken und heiß war.
6. Der Neandertaler
Im Jahre 1856 wurden im
Neandertal in Deutschland die ersten Knochen der Neandertaler gefunden. Die
Neandertaler entstanden ungefähr gleichzeitig mit der Eiszeit, also vor
ungefähr 100 000 Jahren. Sie lebten in den Eisgebieten und mussten sich daher
an die Kälte gut anpassen. Die Neandertaler besaßen ein Gehirn, dessen Volumen
mit ca. 1600 cm³ deutlich über dem Durchschnitt des modernen Menschen lag. Sie hatten
dicke Augenwülste, eine große Nase und tiefe Augenhöhlen. Sie waren 1,6 Meter
groß und wogen durchschnittlich 75 Kilogramm.
Durch eine kleine Körpergröße
geht viel weniger Körperwärme verloren. Deshalb ist man sich sicher, dass sie
in kalten Gebieten wie der Eiszeit lebten. Es entwickelten sich auch
kälteresistente Tiere wie zum Beispiel Mammuts Wollnashörner.
Das Leben in der Eiszeit war sehr
hart. Man fand mehrere Verletzungen an den Knochen. Die Lebensdauer betrug etwa
40 Jahre und es gab eine hohe Kindersterblichkeit. Die Neandertaler lebten in
Gruppen zusammen und ihr Zuhause waren die Höhlen. Man fand ein Skelett das
ziemlich stark zugerichtet war. Dieser Neandertaler war blind, ihm fehlte eine
Hand, sein Arm war verkrüppelt und sein Bein mehrere male gebrochen. Dieser
Fund gab Hinweise darauf, dass die Neandertaler fürsorglich füreinander waren,
da dieser Neandertaler an seinen Behinderungen nicht lange überlebt hätte.
Da es in der Eiszeit fast keine
Früchte oder Wurzeln gab, haben sich die Neandertaler von Fleisch ernährt. Vor
allem stand Mammut auf dem Speiseplan. Aus einem Mammut haben sie Fleisch und
Rohstoffe wie zum Beispiel Elfenbein und Knochen gewonnen. Aus dem Elfenbein
wurden Werkzeuge, Waffen und vielleicht auch Schmuck hergestellt. Die Knochen
dienten als Brennmaterial, da es nicht genug Brennholz gab.
Die Neandertaler waren die ersten
Vormenschen, die ihre Angehörigen bestatteten. Die Toten wurden in einer
Kauerstellung in eine Gruppe gelegt und es wurden Grabbeigaben dazugelegt. Das
alles sind Hinweise, dass die Vormenschen vielleicht an ein Leben nach dem Tod
glaubten.
Die Neandertaler kamen mit den
Lebensbedingungen der Eiszeit gut zurecht. Sie hatten genug zu essen,
beherrschten das Feuer und konnten sich gegen Feinde verteidigen. Trotzdem sind
die Neandertaler ausgestorben. Sie wurden nach und nach von dem modernen
Mensch, dem Homo sapiens der zur gleichen Zeit in Afrika lebte, abgelöst.
Möglicher Grund dafür war, dass die Neandertaler sich im Gegensatz des Homo
sapiens nicht weiterentwickelten. Sie besaßen keine oder nur eine kleine
Vorstellungskraft und konnten dem modernen Menschen nicht das Wasser reichen.
7. Homo sapiens
Die ersten Funde des Homo sapiens
wurden beim Bau einer Eisenbahnstrecke in Südfrankreich gefunden. Es wurden
jedoch auch weitere Skelette des modernen Menschen in allen Kontinenten
gefunden. Der Homo sapiens entstand im fast gleichen Zeitraum wie der
Neandertaler. Jedoch lebte er in Afrika wo es keine Eiszeit gab, sondern wo es
trocken und heiß war. Er verbreitete sich immer mehr auf den Kontinenten und
passte sich dort den Lebensbedingungen an. Als er auf die Neandertaler traf,
gab es keinerlei Auseinandersetzungen mit den Neandertalern. Im Gegenteil. Sie
lebten fast 50 000 Jahre lang friedlich zusammen und die Neandertaler lernten
viel von dem Homo sapiens.
Jedoch war der moderne Mensch dem
Neandertaler weit überlegen. Sie konnten die Ressourcen der Umwelt besser
nutzen, sie entwickelten traditionelle Sitten und Gebräuche, ihr Skelett- und
Muskelbau war weniger energieaufwendig, die Kindersterblichkeit war niedriger,
insgesamt lebten sie weniger gefahrvoll, erreichten ein höheres Alter und waren
fruchtbarer. Die modernen Menschen vermehrten sich daher sehr viel stärker als
die Neandertaler, die in ungünstigere Lebensräume abgedrängt wurden oder sich
dorthin zurückzogen. Diesem zunehmenden Druck waren die Neandertaler auf Dauer
nicht gewachsen und starben schließlich langsam aus.
Als der moderne Mensch in das
Gebiet der Eiszeit wanderte, musste er sich sehr gut an die neuen Lebensbedingungen
anpassen. Er baute Zelte aus Mammutfell- und Knochen und isolierte seinen
Körper, indem er sich aus dem Fell Hosen und Jacken machte.
Vor 10 000 Jahren ging die
Eiszeit langsam zu Ende. Nach der Eiszeit konnte der Siegeszug der modernen Menschen
über die Erde nicht mehr aufgehalten werden. Sie entwickelten immer bessere
Waffen und Werkzeuge die ihnen noch mehr Erfolg bereiteten. Aber nicht nur die
Technik verbesserte sich, sondern sie fingen an prächtige Kunstwerke zu
schaffen. Vor wenigen tausend Jahren wurden die Steinwerkzeuge von der
Metallverarbeitung verdrängt. Dies bedeutete eine neue technische Revolution
für die ganze Menschheit!
Bis heute entwickelt sich der
Mensch immer weiter. Der einzige Unterschied zu unseren Vorfahren liegt darin,
dass es immer schneller voran geht! Zum Beispiel wird ein modernes Handy, das
vor ein paar Monaten herauskam, von einem noch besserem verdrängt.
Anmerkung des Einsenders: Das Referat ist in eigenen Worten verfasst und aus zuverlässigen Quellen entnommen. Hab dafür eine 1,6 bekommen^^
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