| Kategorie: | Trauer und Schmerz |
|---|---|
| Eingesendet: | 03.01.2005 |
| Wörter: | 5402 |
| Autor: | Maroen |
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Wir redeten und lachten zusammen,
Doch eines Tages hast du dich anders benommen.
Du warst still und abwesend uns gegenüber,
Wir dachten uns, es geht vorüber.
Doch nichts änderte sich mehr,
Das zu verstehen war sehr schwer.
Du wendetest dich immer mehr von uns ab.
Mit unserer Freundschaft ging es von nun an bergab.
Auf unsere Fragen “Warum?” und “Wieso?” antwortetest du nicht.
Du warst nur noch in Schatten von deinem früheren Licht.
Vor uns hast du sogar dein Gesicht verborgen,
Wir machten uns nun ernsthaft Sorgen.
Niemand wusste, was mit dir war,
Du warst ganz und gar sonderbar.
Du redetest mit niemandem,
Du warst immer alleine, nie bei uns anderen.
So ging es mit dir eine lange Zeit,
Doch irgendwann war es dann soweit.
Unser Lehrer zwang dich, uns an der Tafel etwas vorzutragen,
Die Kapuze hattest du tief ins Gesicht gezogen.
Er zog sie dir gegen deinen Willen herunter.
Unsere Klasse ist sonst eigentlich munter
Doch plötzlich war es totenstill.
Wir hatten alle das gleiche Gefühl.
Dein Anblick erweckte das schockierte Fragen:
Wieso? Weshalb? Seit wann? Warum?
Wieso waren wir alle nur so dumm?
Dein Gesicht war vollkommen blau geschlagen!
Nun wurde uns klar,
Was die ganze Zeit mit dir war.
Dein Vater schlug und misshandelte dich schon wochenlang!
Bei diesem Gedanken wurde uns ganz bang.
Du hast geschwiegen, weil er dich bedrohte,
Um dies zu wissen, brauchten wir keine Worte.
Wir sahen alle schockiert zu dir hin,
Ein blauer Fleck prangte an deinem Kinn.
Spuren der Schläge zeichneten sich ab in deinem Gesicht.
Fast erkannten wir dich nicht.
Schrammen, Beulen, Narben,
Wir wollten es zuerst nicht glauben.
Angedeutet hattest du es ab und zu,
Wir fragten nicht, ließen dich damit in Ruh’.
Er trank morgens schon sein Bier,
Früher mochten wir ihn alle sehr.
Gespielt war seine Freundlichkeit!
Mit Alkohol hat er sich von seinen Problemen befreit.
Aggressiv schlug und misshandelte er dich,
Ohne den Alkohol passierte das nicht!
Wir wollten mit dir sprechen,
Doch du hörtest uns nicht zu.
Wir wollten dich rächen,
Doch du ließt es nicht zu.
Am nächsten Tag warst du nicht in der Schule,
Wir wussten nicht, ob er dich wieder schlug.
Dieser Gedanke ließ uns keine Ruhe.
Wir gingen zum Direktor, das war klug.
Wir verständigten die Polizei,
Es begann die große Fragerei.
Bei dir zu Hause angekommen,
Sah uns dein Vater nur verschwommen.
Er trank am Morgen schon viel zu viel,
Dich zu finden war unser Ziel.
Wir suchten dich im ganzen Haus.
Auf deinem Schreibtisch packte uns der Graus:
Dort lag ein Brief geschrieben an uns,
Zu fliegen, das war schon immer dein Wunsch.
Wir wussten nicht, was diese Zeilen bedeuten sollten.
Dich zu finden war das, was wir wollten.
Deine Mutter hatte angst vor ihrem Mann,
Man sah es ihren Augen an.
Wir fragten sie, wann sie dich das letzte Mal sah,
Es war am Abend, zum Frühstück warst du nicht mehr da.
Du musst in der Nacht geflüchtet sein,
Dein Handy packtest du nur ein.
Wir versuchten dich anzurufen, doch die Leitung war tot.
Wir wussten es, du warst in Not!
Wir sahen uns in deinem Zimmer um,
Überall lagen Fotos von Brücken herum.
Eines war sogar eingerahmt,
Diese wurde Köhlbrandbrücke genannt.
Du wolltest später Brücken bauen,
Uns packte schnell das große Grauen.
Du hast den Nachtzug nach Hamburg genommen,
Nach drei Stunden sind wir dort auch angekommen.
Wir sahen dich dort stehen, bereit für den Sprung.
Wir riefen nach dir, du warst noch so jung!
Doch du hörtest uns nicht.
Kalter Schweiß rann uns übers Gesicht.
Das alles wegen der Probleme und dem Alkohol!
Zu Hause fühltest du dich nie richtig wohl.
Jetzt wissen wir warum und weshalb.
Dein Vater, ihn ließ alles kalt.
Du recktest dein Gesicht der Sonne zu,
Die Tränen glänzten auf deiner blutigen Haut.
Die Angst ließ uns keine Ruh’.
Wir haben uns nicht zu atmen getraut.
Du blicktest zum Himmel sahst glücklich aus.
Wie in Zeitlupe stießt du dich ab,
wir sahen den Aufprall auf Wasser, sahen hinab,
schrien deinen Namen, wussten: Es ist aus!
Dort wo du losgesprungen bist,
Fanden wir einen Brief von dir,
Nun wissen wir, dass du jetzt glücklich bist.
Fliegen - Brücken, das waren Träume von dir.
Du hast sie erfüllt, ein glückliches Ende erlebt,
Wir, deine Freunde haben dich immer geliebt.
Du hast in unseren Herzen Spuren hinterlassen
- Wir alle werden dich sehr vermissen!
Wir denken noch sehr oft an dich,
Wir sind sehr stolz, denn wir kannten dich!
Anmerkung des Einsenders: Ich war zum Glück noch nie in dieser Situation...
Was hältst du von dem Dokument Spuren im Gesicht? Sag uns eines Meinung!
mich hat noch nie ein text so.... depri gemacht... des is echt voll traurig.....
oh mann....ich heul gleich... des is soOoOoOoOo
traurig..... aber voll schön...
Respekt ey
das ist nicht nur derbe traurig sondern auch echt einmal mies schön..... Voll
die Emotionen ey ;)
Leider kenne ich diese situation ich war selber in so einer wollte sterben und
mein schatzi hatt mich gerettet und jetzt bin glücklich