Abstrakte Personifizierung eines Kreises

Kategorie: Nachdenkliches, Rätselhaftes und Philosophisches
Eingesendet: 15.10.2005
Wörter: 2744
Autor: chocolores
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Abstrakte Personifizierung eines Kreises

Abstrakte Personifizierung eines Kreises

Ich weiß, es ist nicht sehr nett, eine Frage mit einer Gegenfrage zu beantworten, aber ich sehe keine
andere Möglichkeit, es besser auf den Punkt zu bringen:
Ist es möglich, etwas Abstraktes zu personifizieren?

Ich habe das nämlich irgendwann einmal auf meiner langen Suche begonnen zu tun. Allerdings war ich das
nicht selbst (bzw. weiß ich nicht, wer das sagt, wenn ich sage, dass "ich" das war).

Viele meinen, wenn sie so ein Gefühl bekommen, wenn sich das ganze Universum auf einmal in einem
widerspiegelt und man eins mit allem wird, dann sei das eine göttliche Erfahrung gewesen. Ich glaubte
 damals nicht an Gott, sondern wurde mir in dem Moment bewusst, dass es das Leben selbst war, was sich
in meiner Form seiner selbst bewusst wurde. Ein unbeschreiblich tolles Gefühl. Wenn ich also "ich" sage,
dann ist es das Leben was "ich" zu sich selbst sagt.

Seitdem habe ich das Problem, dass ich das Leben (also etwas Abstraktes) personifiziere. Ich unterstelle ihm
einen Willen, der sich hier und da äußert, ich unterstelle ihm Allmächtigkeit und Allgegenwärtigkeit. Es steckt
 überall drin, in jeder Pflanze, in jedem Stein, ja sogar in den Planetenbewegungen des Universums. Alles ist eins.
 Alles ist miteinander verbunden. Überall erkenne ich mich selbst, sagt das Leben in mir.

Im Grunde tue ich also genau das, was die Leute tun, die an Gott glauben. Ich glaube an das Leben.
Ich glaube auch, dass es durch mich zu Euch (also sich selbst) spricht. Das hat nichts mit Egozentrik zu tun.
 Ihr alle seid auch das Leben, das sich selbst erkennt. Es ist ein unglaublich komplexer und zudem paradoxer
 Prozess und doch ist es so einleuchtend.

Mittlerweile ist es mir daher egal geworden, ob die Menschen dieses hier "Gott" oder "Natur" oder
"Leben" oder "Plumps" nennen. Es ist ja das Leben selbst, was sich so bezeichnet, sich selbst einen
 Namen ausgesucht hat (also ich - auch).

Ich frage mich nur immer, ob ich einem Paradoxon aufliege, d.h. sich mein Gehirn das nur einredet,
 damit es in seiner Existenz sich wirklich sicher sein kann. Es sucht sich ja praktisch etwas, was außerhalb
seiner selbst zu sein scheint - um sich selbst definieren zu können. Es sagt, es sei ein Teil des Leben.
Wie kommt es darauf, wenn das Leben selbst es ist, was das zu sich sagt? Es ist ein Kreis. Bin ich nun ein Gehirn,
das sich als Leben erkennt oder bin ich das Leben, was sich als Gehirn erkennt?

Anmerkung des Einsenders: Einer meiner texte die ich mal in meiner Langeweile während eines Delerium zu Grunde hingelegt habe .. hoffe es gefällt euch und ich erhalte viele Anmerkungen dazu .... lieben gruß choco

Diskussion

Dein Kommentar

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Kommentare

  • Noxxta
    Wed, 26 Jan 2011 14:32:53 GMT einfach toll :) von Noxxta

    also... nein, du unterliegst keinem Paradoxon.
    Ich bin sehr an Physik interresiert (Quantenphisik) Rate wieso, gaaanz genau,
    wegem den selben wie bei dir.
    Es gibt BEWEISE. Es ist so. Du hast recht. Überall ist unsichtbare
    Kommunikation. z.B. über Quanten, das heißt: Alles und jeder im gesammten
    Universum ist verbunden, Leute wie Jesus und Buddha haben das schon vor
    Ewigkeiten gewusst.

  • Nemo32
    Wed, 01 Sep 2010 16:36:15 GMT hm... von Nemo32

    Ein Kreis würde ich nicht Personifizieren, er existiert nur aus unserer Sicht.
    So etwas wie ein Fluss ist da was anderes. Der Bewegt sich, die Wassermassen
    sind seine Gedanken und das Flussbett seine Erinnerungen, nur das er nicht so
    kompliziert funktioniert wie wir.

  • BLUEBUNNY76
    Sat, 05 Jun 2010 00:44:09 GMT Weltklasse.... von BLUEBUNNY76

    ....dass es noch Menschen gibt, sie sich Gedanken - solche Gedanken - machen:
    über dieses Thema und mit dieser Tiefe. Und es ist bezeichnend, dass fast alles
    kommentiert wird - aber Dein Beitrag nicht. Dafür gibts halt keine Antwort in
    zwei Sätzen... (Falls Du das Lied noch nicht kennst, hörs Dir mal an: "Der Mond,
    der Kühlschrank und ich", von den Toten Hosen.)
    Und ja, ich bin auch Deiner Meinung, dass genau das das Sein ist. Das Denken auf
    der Meta-ebene.
    Oder wie Socrates es sagte: Ich denke, also bin ich.
    Oder so.

    Benjamin

  • cAtWOmanOO
    Sun, 23 May 2010 15:34:43 GMT fantastisch von cAtWOmanOO

    genial, solche texte liebe ich, wo kein sinnloser scheiß erzählt wird, sondern
    wo man merkt, dass es etwas länger gedauert hat den text zu schreiben und das
    auch etwas dahinter steckt. kompliment.

  • ArCticMoNkeY
    Sun, 23 Dec 2007 00:22:08 GMT wow....in dem text steckt denken von generationen.... von ArCticMoNkeY

    ein text ohne makel
    wie ein kreis ohne ecken
    ...
    ob ein gott existiert oder nicht.... menschen brauchen ihn, um antworten auf
    unerklärliche fragen zu erhalten....d.h. sich mithilfe dieser vorstellung eine
    brücke, eine vermutung, die sich zur antwort verfestigt, zu bauen....
    ...
    ebenso könnte man "gott" dem eigenen "leben" gleichsetzten wie du es getan
    hast... das ziel ist das gleiche, ebenso die wirkung
    ...
    nur ob gott oder leben
    zweifel an der eigenen existens kann bestehen, wenn das gehirn keinen
    anhaltspunkt hat, um das eigene leben zu definieren... d.h. wenn es kein leben
    gibt, um dem gehirn ein anhaltspunkt zu geben....---> nur durch leben existiert
    der gedanke zu leben
    doch ohne gehirn kann der gedanke nicht entstehen
    das heißt, das eine kann nicht ohne dem anderen
    das heißt, das eine ist das andere
    --->stimmt....is echt n (teufels)kreis
    Bin ich nun ein Gehirn,
    das sich als Leben erkennt oder bin ich das Leben, was sich als Gehirn erkennt?
    --->in gewisserweise beides
    --->oder keines....sondern....ein lebeWESEN MIT gehirn

    ....omg^^

  • Tue, 25 Jul 2006 13:05:44 GMT lool^^ von TanzenImViereck

    boah ey wasn des fürn scheiß xDD lööölZ
    irgendwie hirnrissig aba irgendwie auch jut..naja irgendwas dazwischen
    wahrscheinlich

  • Galen
    Fri, 09 Jun 2006 15:39:22 GMT hmm... von Galen

    wirklich interessanter text... wie bist du darauf gekommen?

    aber selbst ein kreis hat ein anfang und ein ende... das ende hört nur beim
    anfang auf... und der anfang beginnt beim ende... nun es ist schon paradox...
    wer erkennt wen das leben sich als gehirn oder das gehirn sich als leben?
    du schreibst das leben äußert sich im universum das leben steckt im universum...
    vllt ist aber garnicht das leben die macht mit dem willen sondern das universum
    das objekt welches das leben und damit auch alles andere in ihm hervorgebracht
    hat... oder ist es doch nur eine hülle für das leben in ihm?

    alles in allem echt super text...regt echt zum nachdenken an (was ich da oben ja
    auch getan habe)

    gruß
    Galen

  • Jessi005
    Mon, 19 Dec 2005 15:18:42 GMT Echte Phil von Jessi005

    Also ich selbst bin zwar kein ohilosophie genie aba ich find das des ausm text
    heraus geht und es hat mich wirklich nachdenklich gemacht........
    echt cool der txt!

  • scottishrider
    Wed, 14 Dec 2005 22:10:52 GMT ANSPRUCHSVOLL.. von scottishrider

    GENIAL!!!
    Ich bin eigentlich selbst so ein Phil-Genie....WOW!RESPEKT...DAS IST ECHTE
    PHILOSOPHIE!!!!ICH BIN BEGEISTERT

  • Thu, 03 Nov 2005 15:54:09 GMT Echt toll! von Namira

    Wow! Das is echt philosophisch....ne, mega geil!

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