| Kategorie: | selbsterlebte,traurige geschichten |
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| Eingesendet: | 21.12.2006 |
| Wörter: | 5470 |
| Autor: | GacktHyde |
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+++~Mindless~+++
Mitternacht! Der Kirchturm hatte es soeben bestätigt. Zwölf Schläge gefolgt von einer geisterhaften Stille. Und immer noch liege ich wach. Ich habe Angst zu schlafen. Immer wenn ich die Augen schließe, sehe ich dich. Dich und dein Lächeln welches mich, gedanklich, schon so oft verführt hat, dich inmitten von Leichen. Blut und unheimlicher Schwärze umgibt dich. Dieser Traum lässt mich nicht los, lässt mich nicht zur Ruhe kommen. Er zerreißt meine Seele. Stück für Stück. Nun liege ich hier und denke nach, über Dinge, über die ich für gewöhnlich nicht nachdenke. Ich denke über dich nach Luca!! Ich weiß, dass mein Traum eine Warnung ist. Oder doch nicht?
Ist er verursacht durch Stress? Durch Angst, dass du mich irgendwann verrätst? Ich kann dir nicht vertrauen Luca... du belügst mich, mit jedem Wort. Langsam stehe ich auf. Es hat ja doch keinen Sinn. Du bleibst in meinen Gedanken, ohne, dass ich etwas daran ändern könnte, schlimm genug, dass du nicht auf mich hörst, aber musst du auch noch bei mir sein, wenn du schon längst gegangen bist? Leise schleiche ich zur Türe. Mutter ist nicht da, sie hat meinen Anblick nicht ertragen. Wieso und warum weiß ich nicht. Immerhin habe ich mich seit Justins Tod nicht verändert... oder? Stimmen ihre Worte vielleicht doch und ich bin mit ihm gestorben? Fragen die ich nicht beantworten kann, weil du mich nicht nachdenken lässt Luca. Ich öffne die Türe und trete in den Flur. Eine Eiseskälte umfängt mich und lässt mich frösteln. Doch was macht diese Kälte schon aus? Für mich wird sie surreal... einfach unwichtig. Es ist so dunkel. So unheimlich dunkel. Angst! Das ist meine Antwort auf diese Dunkelheit. Angst vor dem Ungewissen. Krampfhaft versuche ich die Türe zum richtigen Zimmer zu finden. Das Zimmer, in dem der Altar steht. Es dauert, aber ich finde ihn. Immerhin kenne ich den Weg dorthin, nur ist er in dieser Dunkelheit nicht leicht zu finden. Wieder öffne ich eine Türe. Es ist wie ein weiteres Kapitel. Ein Kapitel im meinem Leben, dass ich Aufschlage und mit dem Schließen der Türe ebenso wieder beende. Ich lasse die Vergangenheit hinter mir, ebenso wie mich selbst. Ich werde geboren und sterbe. Jedes Mal aufs neue. Mit jeder weiteren Türe!
Sanfter Kerzenschein und der Geruch nach Weihrauch liegen in der Luft. Geben dem Raum eine unglaubliche Ruhe. Mein Blick heftet sich an die goldenen Buchstaben, die im Licht zu sehen sind. Dort ruht der Geist meines Bruders. Ist also immer bei mir und steht mir zur Seite. "Hallo Justin", flüstere ich und knie mich vor den Schrein um meinem Bruder näher zu sein. Ich erhalte keine Antwort, doch ich weiß, dass du da bist. Das du mich hörst. "Ich habe dich lange nicht besucht.", die Flamme der Kerze flackert kurz auf. "Entschuldige. Aber ich musste nachdenken. Über dich und Luca.", Tränen kämpfen sich unter meinen Lidern hervor. 'Schon wieder ist einer meiner Träume gestorben. Und die Engel schweigen' Ich hebe die Hand und strecke sie nach der Tafel aus, will sie berühren, meinem Bruder nahe sein, doch etwas hindert mich. Ein Schmerz durchzuckte meine Hand und ich ziehe sie zurück. "Du hast mir viele Rätsel hinterlassen Bruder. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll nach der Lösung zu suchen.", unter den Tränen mischt sich ein schwaches Lächeln. "Aber du hast mir Luca hinterlassen. Es stimmt doch, dass du es warst oder? Du passt auf mich auf Bruder.", ich lasse die Worte eine Weile im Raum stehen. Ich weiß nicht, ob du es wirklich warst, der mir Luca schickte aber ich hasse dich dafür, dass du ihn kanntest und er mir nun den Kopf mit Lügen verdreht. "Aber was hast du dir dabei gedacht Justin? Wolltest du, dass ich Leide? Oder willst du mich prüfen? Ich werde aus dir nicht schlau. Leider~" Kurz schließe ich die Augen und lausche auf meine Umgebung.
Der Regen hat eingesetzt und leise perlen die Tropfen an der kalten Scheibe gen Erde. "Gute Nacht Justin. Schlaf gut", ich kann dem Drang in mir keine Einhalt gebieten. Ich will einfach nur weg von hier. Die Aura meines Bruders verwirrt mich mehr und mehr. Ich kann sie nicht mehr verstehen ebenso wenig wie Lucas' Worte. 'Wenigstens etwas haben sie gemeinsam', schießt es mir prompt durch den Kopf und schließe die Türe zum Zimmer hinter mir. Ein weiteres Kapitel ist beendet. Mein Besuch bei Justin hat mir die Augen geöffnet. Ich kann mich nicht verstecken! Nicht vor meinen Träumen. Nicht vor Luca. Mitternacht und ich weine um Dinge die mich nur belasten. Ich schreite zu meinem Zimmer und lege mich ins Bett. Auch heute Nacht wird Luca wiederkehren. Mit Augen aus Eis und einem Lächeln so kalt wie der Tod. "Gute Nacht Christin.", flüstere ich zu mir selbst. "Ich wünsche angenehme Träume!", damit drehe ich mich auf die Seite und schließe die Augen...
»Gute Nacht Christin«, flüsterst auch du und beobachtest mich mit einem letzten Blick durch die seidigen Vorhänge, bevor du gehst um dich mit mir in meinen Träumen zu treffen~
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Wundervoll geschrieben.. Ich hatte Tränen in den Augen, so hat mich die fast
greifbare Angst und Trauer mitgerissen..
irgendwie hab ich nich des gefühl beim lesen, das luca lebendig ist..
Das ist so wahrhaftig "Night of Rain"-mäßig~
Du spielst mit ihrer Angst... und dieser Luca kommt mir eher wie jemand vor, der
dazu gezwungen wird auf Christin aufzupassen, es ihm aber auf eine Art zuwider
ist und er versucht sie zu "zerstören"~
Aber es ist sehr schön geschrieben... fließend und mit gutem Ausdruck