Der blaue Drache

Kategorie: Fantasy
Eingesendet: 24.11.2008
Wörter: 28083
Autor: Julfine
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Der blaue Drache

Eine schwere Geburt

Inmitten eines von Einhörnen und Elfen bewohnten, verwunschenen Waldes, nahegelegen dem heutigen China, lebte einmal ein Drache. Kein gewöhnlicher Drache, ein ganz anderer:

Die Geschichte begann damit, dass er geboren wurde, genau wie die anderen Drachen.
Doch er sah nicht so aus wie die anderen Drachen, er war ganz blau. Seine Brüder und Schwestern versuchten ihn aus dem Nest zu stoßen, doch er blieb stark. Ja sogar seine Eltern rätselten um die blauen Schuppen. Jeden Tag wurde er von allen Fabelwesen aus dem Wald ausgelacht und kehrte weinend zu seinem Nest zurück. Seine Mutter hielt schützend ihre Flügel über ihn, sein Vater versuchte die lachenden zu vertreiben. Majestätisch spuckte er Flammen in die Luft um die Eindringlinge zu verscheuchen. Aber so sehr er sich auch anstrengte, sie wollten einfach nicht gehen. Also schnappten sich die Eltern ihren kleinen wehrlosen Drachen und flogen mit ihm zu dem Felsen auf dem sein Vater vor vielen Jahren geboren wurde. In einer kleinen Höhle versteckten der Vater und die Mutter ihren Sohn. “Genau so will ich auch mal Feuer spucken!” dachte der Kleine. “Ich will auch einmal so starke Flügel haben!” Bei dem Gedanken, dass er trotz starker Flügel und gut ausgebildeter Feuer-Spuckkunst wegen seiner Farbe unbeliebt sein würde wurde er noch trauriger. “Sei still, kleiner Drache! Niemand lacht dich mehr aus!” versuchte seine Mutter ihn zu beruhigen. Doch er fing nur noch mehr an zu weinen. Irgendwann musste er dann doch eingeschlafen sein, denn als er wieder aufwachte, war bereits hellichter Tag. Und seine Eltern waren weg. Und sie kamen auch nie wieder, ein böser Zauberer namens Wendroc hatte sie mit sich genommen, um sie für seine zerstörerischen Pläne zu benutzen. Eigentlich wollte er ja die Schuppen des kleinen blauen Drachens, denn sie behüteten eine sehr mächtige Kraft, eine der mächtigsten der damaligen Welt. Doch anfangs glaubte er, die Eltern des kleinen besäßen sie. Doch er täuschte sich. Also hockte der kleine Drache allein in der Höhle, in der Hoffnung seine Eltern kommen wieder, während der Zauberer die Drachen folterte. Der Zauberer war wutentbrannt und diese Wut blieb auch noch über Jahre bestehen.

Inzwischen

Bis zu diesem Zeitpunkt lebte der blaue Drache in seiner Höhle. Noch nie ist er wieder zum Vorschein gekommen. Doch plötzlich hörte er von Draußen aufgeregte Stimmen:
Ein kleiner Vogel flog auf und ab und wisperte etwas vor sich hin: “Der böse Zauberer, was mach ich denn nur? Was ist, wenn er mich findet? Ich will kein Zombie werden!” Nun wurde der Drache auf ihn aufmerksam: “Wen meinst du, mit dem bösen Zauberer?” fragte er.
“Wer ist da?!?”
“Das tut nichts zur Sache. Also, wer ist dieser Zauberer?”
“Ein tyrannischer Intrigant. Er zerstört unsere Welt! Er hetzt alle Tiere gegeneinander auf, sie sollen den blauen Drachen finden. Doch keiner findet ihn.”
“Der blaue Drache, soso!” sagte der Drache. “Und was will er mit ihm?”
“ Er will seine Schuppen! Mit ihnen wird er der mächtigste Zauberer der Welt sein. Auch die Fabelwesen die noch ihren eigenen Willen haben suchen den blauen Drachen, wie ich. Er ist der Einzige, der uns jetzt noch helfen kann!”
“Na wenn das so ist!” sagte der Drache und trat aus dem Schatten. Der Vogel sperrte den Schnabel auf und machte Augen so groß wie Kürbisse. Damit hatte er nicht gerechnet, mit einem schüchternem Wesen das sich in der Höhle versteckt hielt ja, aber nicht mit diesem Wesen! Nicht mit dem blauen Drachen!
“Du bist ja der blaue Drache!” sagte er verwundert.
“Hmm, na ja, blaue Schuppen, Flügel, spitze Zähne, ich denke schon!” sagte der blaue sarkastisch. “Du musst uns unbedingt helfen!” plapperte der kleine Vogel. “Ich weiß noch nicht ob ich euch helfen werde, ich weiß nur, dass ich meine Eltern rechen werde!” sagte der Drache. “Was ist mit ihnen?” fragte der Vogel.
“Sind tot.” antwortete der blaue.
“Oh,” machte der Vogel,”das tut mir leid! Aber wenn du deine Eltern rechen willst, ich meine, davon werden sie auch nicht wieder lebendig!” Der Drache schaute verdutzt drein. Das ihm ein kleiner Vogel mal so richtig die Meinung sagte, hätte er nicht gedacht. Er sah sich geschlagen und gab auf. “ Also schön, bring mich zu ihm!” sagte er genervt. Der Vogel führte den Drachen zum Wald. Er flatterte unermüdsam, schließlich war der Drache seine letzte Hoffnung. Als sie endlich ankamen, sah der Drache den Zauberer schon vom weitem, er zerstörte den ganzen Wald. “Könntest du freundlicher Weise mal kurz mit Zerstören aufhören, um mir zuzuhören?” fragte der Drache.
“Ah, da ist ja mein Wunderknabe!” rief der Zauberer. “Und, wie geht’s deinen Schuppen?”
“Ganz gut! Aber, mich würde mal interessieren, wie es den armen Seelen meiner Eltern geht?” Der Drache trat näher an den Zauberer heran.
“Wie soll es ihnen denn schon gehen? Sie schwimmen gemütlich im Seelen-Strudel auf und ab! Das heißt, deine Mutter.”
“Was soll das heißen?!” fragte der Drache.
“Nun ja, nachdem ich deiner Mutter die Schuppen alle einzeln ausgerissen habe und festgestellt habe, das deine Eltern nicht sonderlich magisch sind, habe ich deine Muter getötet. Was deinen Vater angeht, er stellte sich mir, aus Wut, weil ich deine Mutter getötet habe.
Ich dachte, da er sich gegen mich gestellt hatte, brauchte er eine kleine Abreibung! Also habe ich ihn gefoltert bis er ein treuer Untertane von mir wurde!” erzählte der Zauberer.
Der Vogel hatte sich inzwischen hinter dem großen Drachen versteckt und zitterte vor Angst.
“Also, wenn du sonst keine Fragen mehr hast, ich habe noch zu tun. Aber keine Sorge, wir werden uns bald wieder sehen,, spätestens, wenn ich meine Kreaturen auf dich hetze!” Sagte der Zauberer hämisch, stampfte mit seinem Zepter auf und verschwand in Blitzen und Nebel.
Der Drache schaute um sich und konnte gar nicht glauben, was er da gerade gehört hatte. Sein Vater lebte? Und er war ein Untertane seines Erzfeindes? Das konnte nicht sein! Sicher war er noch auf der guten Seite. Er musste einfach!
Aber wann wollte der Zauberer wieder zuschlagen? Diese und noch viele andere Fragen schlichen dem Drachen jetzt durch den Kopf.
Der Vogel kauerte noch immer auf dem Boden. “Ist es vorbei? Ist er endlich weg?” schlotterte er. “Ja, ist er.” antwortete der Blaue. Nun kam das Vögelchen aus seinem Versteck und sah sich um. Nichts zu sehen, weit und breit nichts! Wo waren die ganzen Fabelwesen, die bis vor kurzem noch um sie herum standen?
“Und was machen wir jetzt?” fragte der Vogel.
“Was machen WIR jetzt? Ich würde sagen, ich geh wieder in meine Höhle und was DU machst, ist mir egal. Ich hab jedenfalls genug von dieser scheußlichen Welt!” schnautzte der Drache rum.
“Aber.....aber.....”, stammelte der Vogel, “Du musst mir helfen, du musst uns allen helfen! Wir zählen auf dich, du kannst doch nicht zulassen, das deine Heimat zerstört wird!”
“Hm....” machte der Drache, “Also...ähm, ich weiß nicht! Ich will meinen Vater kennen lernen, aber dann muss ich gegen den Zauberer antreten...”
“Was bist du eigentlich für ein Feigling? Ich dachte immer, der legendäre blaue Drache ist etwas besonderes, ein Held! Aber du hast mir gerade das Gegenteil gezeigt! Dann geh doch zurück in deine Höhle, aber ich stelle mich dem Zauberer, auch wenn ich dabei sterbe!” sagte der Vogel und machte Antsalten, davon zu gehen. Der Drache blickte nach unten. Der Vogel hatte Recht, was war er nur für ein Feigling geworden? Früher, als er noch klein war, hatte er sich immer vorgenommen, einmal so stark und mutig zu werden, wie sein Vater. Doch nachdem er alles verloren hatte, was er liebte, verweichlichte er.
Dieser kleine Vogel wollte sich einem mächtigen Zauberer stellen und hatte nicht einmal Angst davor, zu sterben! Das konnte er nicht zulassen!
“Halt! Warte, ich will dich begleiten!” rief der Drache dem Vogel hinterher. Der Vogel drehte sich um und blickte dem Drachen direkt in die Augen. “Willst du das wirklich? Ich meine, das wird ein richtiges Abenteuer und wir werden dabei vielleicht für unsere Heimat sterben müssen!” meinte der Vogel.
“Ja!” sagte der Drache und er bereute nichts.
So machten sie sich auf den Weg zur mächtigen Zauberin des Lichts. Sie war die einzige, die den Weg zum Schloss des Zauberers kannte, denn sie war seine Schwester. Doch im Gegensatz zu ihrem Bruder, war sie auf der guten Seite, sie war eine Weißmagierin.

Ein Name für den Vogel

Wie sie so liefen, fiehl dem Vogel etwas ein: “Sag mal, wie heißt du eigentlich?” fragte er.
“Mein Name ist Jolan. Und wie heißt du?”
“Ich habe keinen Namen” sagte der Vogel. “Als ich noch ein junges Kücken war, fiehl ich aus dem Nest, noch bevor meine Geschwister und ich einen Namen von unseren Eltern bekommen konnten.” erzählte er. Der Drache Jolan war überrascht, das hätte er nicht gedacht. “Wie traurig!” meinte er. Der Vogel hatte das selbe Schicksal, wie der Drache.
“Uns verbindet etwas, dir ist das Selbe wiederfahren, wie mir. Wir haben unsere Eltern schon sehr früh verloren, aber tröste dich: Nun bist du nicht mehr allein!” sagte Jolan. Der Vogel lächelte wieder. Doch der Drache setzte noch eins drauf: “Ich gebe dir einfach einen Namen!”
“Das würdest du tun?” fragte der Vogel.
“Natürlich! Ich weiß auch schon, wie ich dich nennen werde: Wie findest du den Name Munin? Er bedeutet Schicksal, und das passt ja wohl!”
“Ich finde ihn großartig! Hab vielen Dank, ab heute kann ich mich Leuten vorstellen, ohne mich je wieder schämen zu müssen!” triumphierte Munin.
Und so erzählten sie noch lange über ihr bisheriges Leben und wanderten weiter. Doch mit der Zeit kam auch die Dunkelheit und sie wurden müde.
“Wir müssen uns ein Nachtlager suchen” sagte Munin.
“Wieso suchen?” fragte Jolan, setzte sich an den Rand des Weges und machte es sich gemütlich.
“Aber hier fängt der Wald an, wir könnten unsanft geweckt werden, durch die Wesen, die hier leben. Weißt du denn nicht, wie sehr sie es hassen, wenn Fremde ihr Gebiet betreten?” fragte Munin.
“Aber wir sind nicht in ihrem Gebiet, außerdem bin ich DER blaue Drache, denkst du wirklich, dass sie uns vertreiben wollen?” fragte Jolan. Der Vogel gab nach und baute sich ein Nest auf einem Baum neben Jolan. Er zupfte sich kleine Daunenfedern aus dem Gefieder und holte sich noch Moos, ein paar Äste und Gräser dazu, dann war sein Bett fertig. Sie schliefen schnell ein, denn der lange Weg hatte ihnen sehr zugesetzt.
Doch lange konnten sie nicht ruhen, denn sie wurden wirklich unsanft geweckt, aber nicht von einem der Waldbewohner. Eine rein weiße Gestalt näherte sich ihnen. Sie war sichtlich verwirrt, denn sie rief die ganze Zeit nach Wyrda, Kira und Awâ. Wer das war, wussten die zwei Abenteurer nicht, doch als sich der Drache aufrichtete, verstummte die Gestalt.
“Sag mal, spinnst du?” brüllte Jolan, “Wir wollen schlafen!” Das weiße Etwas kam aus dem Schatten und trat ins Licht des Mondes. Nun konnten Drache und Vogel erkennen, was sich ihnen da näherte. Es war eine Art Pferd, doch es hatte Flügel, wie ein Engel. Seine Mähne glitzerte golden und seine Hufe glichen geschliffenen Diamanten.
“Ich bitte vielmals um Verzeihung, aber ich suche jemanden. Schon seit Sonnenuntergang streife ich die Gegend ab, doch ich finde niemanden!” erklärte die Gestalt.
“Was bist du eigentlich und wen suchst du?” fragte Munin.
“Was ich bin? Sieht man das etwa nicht? Ich bin ein Pegasus, was sonst? Ich bin der Prinz der Pegasi, und mein Name ist Morgentau.” prahlte der Hengst.
“Und ich bin auf der Suche nach meinen Geschwistern Awâ, Wyrda und Kira. Habt ihr vielleicht ein paar schwarze Pegasus-Fohlen gesehen?” fragte Morgentau.
“Schwarz? Nein, wieso?” antwortete Jolan.
“Sie sind ausgerissen, weil unsere Mutter ihnen nicht erlaubt hatte, noch einmal die Herde zu verlassen, um zu spielen. Ach, diese Kleinen! Da sind sie einfach weggerannt und nun muss ausgerechnet ICH die Bengel suchen!” meckerte der Prinz. Oh ja, er war verwöhnt, aber er machte sich wenigstens die Mühe, seine Geschwister zu suchen. Der Drache dachte nach, dann machte er dem Prinzen einen Vorschlag: “Wie wäre es, wenn wir uns jetzt noch mal schlafen legen und morgen früh nach deinen Geschwistern suchen?”
“Morgen früh? Dann ist es vielleicht schon zu spät und sie sind einem hungrigen Bären in die Falle getappt! Oh, ich mag gar nicht daran denken! Was würden Mutter und Vater nur sagen, wenn ich ohne Awâ, Wyrda und Kira nach hause kommen würde?” jammerte Morgentau. “Bitte kommt jetzt mit mir, mit eurer Hilfe finde ich sie bestimmt!” bettelte er. Sie wussten nicht genau, was sie dazu geritten hatte, aber die beiden willigten ein und so machten sie sich mitten in der Nacht auf, um die Pegasi-Kinder zu suchen.
Sie suchten den ganzen Waldrand ab, in der Hoffnung, die Kleinen zu finden. Doch hier waren sie nicht. “Ich fürchte, wir müssen im Wald weitersuchen!” meinte Jolan. Der Vogel sah verängstigt aus. “Was hast du denn nur? Das ist doch nur ein Wald voller freundlicher Wesen!” sagte Jolan, als sie auf dem schmalen Waldpfad liefen. Plötzlich (und als wäre es ein Zufall) sprang eines von den “freundlichen” Wesen aus dem Gebüsch. Es war ein Zentaur und er schien nicht gerade freundlich gestimmt zu sein. “Was wollt ihr in meinem Gebiet?” fragte er. “Ähm, naja, wir suchen jemanden: Drei schwarze Pegasusfohlen, hast du zufällig welche gesehen?” murmelte der Drache.
“Hätte ich das, hätte ich sie schon lange gefressen und wäre jetzt nicht mehr hungrig und auch nicht so schlecht gelaunt! Aber ein großer Pegasus ist noch besser!” sagte der Zentaur.
“Was?! Wieso willst du denn mich fressen? Nimm die beiden, aber verschone mich! Ich habe noch ein so schönes Leben auf dem Thron vor mir!” winselte Morgentau.
“Wieso sollte ich die anderen zwei verspeisen? Der Vogel macht mich nicht satt und der Drache....naja, er ist mir einfach zu......schuppig!” stotterte er.
“Gib doch zu, das du Angst vor ihm hast, und ihn nicht besiegen kannst!” meinte Munin.
“Was? Ich soll keinen Drachen besiegen können? Zentauren können alle Wesen besiegen!” nörgelte der Zentaur.
“Aber nicht den blauen Drachen, er wird beschützt von der weißen Magie, und diese ist nun mal sehr mächtig” meinte Munin.
“Weiße Magie? Das heißt,ihr seid unter der Leitung der Zauberin? Dann will ich euch ziehen lassen, Faragonda wäre sicher nicht glücklich, wenn ich einen ihrer Anhänger angegriffen oder gar getötet hätte. Dieses eine Mal dürft ihr mein Gebiet durchforsten, doch seid euch sicher: Beim nächsten Mal wird mich die Zauberin nicht umstimmen!” sagte der Zentaur.
“Habt vielen Dank!” sagte Jolan. Die Sonne ging langsam auf. So kämpften sie sich weiter durch das Gestrüp des Waldes und kamen bald an eine Lichtung. Es war wunderschön hier. Die Bäume waren noch höher als sonst, das Gras war in ein frisches Grün gehüllt, und, das Sonnenlicht, das durch die Bäume fiehl, machte die Lichtung noch freundlicher. Ganz hinten sprudelte sogar ein kleiner Wasserfall, der in einem Teich mündete. Es schien Jolan, als ob die Vögel an diesem Ort noch schöner sangen als sonst. Sie waren sehr überrascht, über diesen Ort. Er war so wunderschön und hell, in diesem dunklen Wald hätte keiner der drei so einen Ort erwartet. Doch die größte Überraschung erblickten sie erst, als sie sich zum Teich begeben wollten, um zu trinken. Die kleinen Pegasi-Kinder spielten mit dem Wasser und waren ganz nass gespritzt. Morgentau galoppierte zu ihnen hinüber und liebkoste seine Geschwister erst mal. Dann stellte er sie zur Rede: “Was habt ihr euch eigentlich dabei gedacht? Das ist ein gefährlicher Ort! Ihr hättet sterben können!” Doch die kleinen lachten nur. “Wieso? Uns ist nichts passiert. Was oder wer hätte uns schon töten können?”
“Der riesige Zentaur, der uns begegnet ist, zum Beispiel” meinte Morgentau. Ein Zentaur ist der natürliche Feind der Pegasi, schon im Kindesalter wird ihnen beigebracht, dass sie sich von diesen Geschöpfen fernhalten sollen und dass ein Zentaur am liebsten kleine Pegasusfohlen frisst.Demnach wurden die Fohlen immer nervöser, sie hatten große Angst vor dem Zentaur. Jetzt, da sie wussten, auf was sie sich da eingelassen hatten, bereuten sie alles.
“Ach wären wir doch nur nicht hier her gekommen!” schluchzte Wyrda. Wyrda war die jüngste der drei Fohlen. Sie mochte keine Abenteuer und hatte oft Angst. Trotz alle dem war sie die klügste und vernümftigste Schwester von Morgentau.
Kira, die zweit-älteste, war gewitzt und aufgeweckt. Sie liebte es, mit anderen Fohlen über die Wiesen zu rennen und den Wind im Nacken zu spüren.
Dann war da noch Awâ. Er war der älteste der Drillinge. Er war derjenige, der Kira und Wyrda dazu brachte, mit ihm in den Wald zu gehen, denn er war sehr abenteuerlustig.
Nachdem die Abenteurer am Wasserfall getrunken und sich etwas gestärkt hatten, machten sie sich auf den Weg zu den Pegasi. Doch erst mussten sie noch aus dem Wald kommen, ohne auf den Zentaur zu stoßen. Sie machten einen großen Umweg, denn sie liefen um sein Gebiet herum. Und sein Gebiet war mehr als riesig! Aber sie schafften es unbemerkt aus dem Wald und freuten sich, als sie wieder den Himmel erblickten. Mittlerweile stand die Sonne fast senkrecht am Himmel. Sie hatten so lange gebraucht, um die Fohlen zu finden.
“So, und wo geht es nun zu deiner Herde?” fragte Jolan genervt.
“Ich werde nach oben fliegen und schauen, in welche Richtung wir müssen!” sagte der Prinz und erhob sich in die Lüfte. Er kreiste wie ein Adler in der Luft und als er sein Ziel erblickte, kam er wieder zu den anderen nach unten. “Ich habe meine Herde erspäht, aber es ist noch ein halber Tagesmarsch, bis wir bei ihnen sind.” erzählte er.
“Dann müssen wir eben ohne Pausen durch laufen, wir haben es nämlich auch eilig.” sagte Jolan. “Ich weiß nicht, ob meine Geschwister die lange Reise durchhalten. Awâ könnte es schaffen, aber Wyrda und Kira sicher nicht” sagte Morgentau. Aber sie traten die Reise an.
Und als die Sonne unter ging, waren sie bei den Pegasi angekommen. König Híron und Königin Asura, die Eltern von Morgentau, Kira, Wyrda und Awâ, staunten nicht schlecht, als sie ihre vier Kinder sahen. Sie waren überglücklich, dass den Drillingen nichts passiert war und stolz darauf, dass Morgentau große Verantwortung bewiesen hatte. Jedoch, als sie den Drachen erblickten, sperrten sie die Münder auf. Die königlichen Wachen, ein paar kräftige Hengste, stellten sich vor die Königsfamilie um sie zu beschützen, doch da griff der Prinz ein. “Macht euch keine Sorgen! Der ehrenwerte blaue Drache und sein kleiner Freund haben mir geholfen, die Fohlen wieder zu finden. Jolan und Munin sind unsere Freunde.”
“Nun”, sprach Königin Asura, “wenn das stimmt, dann verdient ihr natürlich eine Belohnung. Unsere Drillinge bedeuten uns sehr viel, denn jedes von ihnen hat eine besondere Gabe. Wir sind so froh, dass der sagenumwobene blaue Drache unsere Sprösslinge wieder gefunden hat!”
Drache und Vogel schauten verlegen nach unten. Vor allem Jolan hatte sich nie eine solche Ehre zu kommen lassen.
“Sprecht, was wollt ihr? Silbertau von der Arget-Lilie, oder eine der ewig glühenden Feuerblumen? Ihr könnt haben, was ihr wollt!” sagte König Híron.
“Nun ja, wir wollten eigentlich nur zur mächtigen Zauberin des Lichts, auf unserer langen Reise können wir keine Dinge gebrauchen, die man mit sich rum schleppen muss. Habt Dank, aber wir brauchen nichts.” erklärte Jolan. Híron und Asura schauten sich an, diese Antwort hatten sie nicht erwartet. Zur mächtigen Zauberin des Lichts? Wer würde schon freiwillig den gefährlichen Weg zu ihrer Höhle antreten? Von Harpien angefangen, die die Zauberin vor ihrem Bruder und dessen Sklaven beschützen sollten, zu dem riesigen Phönixweibchen, von dem eigentlich niemand etwas wusste, aber vor dem sich jeder fürchtete, bis hin zur Sphinx, die das Tor zur Höhle der Zauberin bewachte und es nur öffnete, wenn man ihr Rätsel löste.
“Seid ihr euch da wirklich sicher?” fragte Asura besorgt. Die zwei nickten mit dem Kopf.
“Wie ihr meint. Aber bitte, bleibt doch noch bis es hell ist!” schlug Híron vor. Aber Jolan meinte, dass sie sofort weiter müssten. Sie hatten schon viel Zeit mit der Suche nach den Fohlen veschwendet und der Zauberer verfluchte immer mehr Wesen. “Wir dürfen keine Zeit verlieren!” rief Munin. König Híron befahl seinem Sohn, die beiden Abenteurer noch bis zum
Fuß des Berges zu begleiten. Also flogen die drei los, in Richtung Helios-Gebirge, in welchem die Zauberin des Lichts lebte.

Im Licht des Feuervogels

Der Abschied fiel dem Prinzen schwer, er hatte sich noch nie mit “Nicht-Pegasiern” unterhalten, geschweigedenn aufhalten dürfen. In den wenigen Stunden, in denen sie nach seinen Geschwistern gesucht hatten, hatte sich Morgentau mit den beiden Abenteurern angefreundet und konnte nun nicht verstehen, warum er seine Freunde so schnell wieder fortschicken musste. Doch die Mission konnte nun nicht mehr gestoppt werden, Jolan und Munin waren schon fast bei der Zauberin und die Welt würde ihre Qualen nicht mehr lange aushalten.
Morgentau versuchte sich zusammen zu reißen und verstand den Ernst der Lage. Er drehte sich um, schlug ein paar mal kräftig mit den Flügeln und flog in Richtung seiner Herde. Jolan und Munin schauten ihm noch eine Weile nach, dann schlugen auch sie mit ihren Schwingen und flogen den Berg hoch, bis zu einem kleinen Vorsprung, der auf einen schmalen Weg führte. Diesre Weg schlängelte sich um den größten der Berge, in dem die Zauberin lebte, und wurde nach oben hin immer schmaler und steiler. Sie liefen und liefen, doch der Weg wollte einfach kein Ende nehmen.
“Vielleicht ist er verflucht?” fragte Munin, “Sdass niemand nach oben gelangt.”
“Das wäre gut möglich, aber wofür bräuchte die Zauberin dann ihre Wachen?” meinte Jolan.
“Stimmt” meinte der Vogel, während er über viele locker Steine hüpfte, einen übersah und nach unten fiel. Jolan konnte ihn gerade noch mit seiner großen Pranke auffangen, ansonsten wäre Munin in unendliche Weiten gestürzt. Noch nicht vom Schreck erholt liefen die beiden
weiter, unermüdlich und unwissend. Jemand lauerte nämlich auf sie. Es waren hunderte. Hunderte von Harpien hielten sich in Felsspalten versteckt und warteten nur darauf, dass die beiden an ihnen vorbei kamen. Nach ungefähr der Hälfte des Weges sprangen sie aus ihren
Verstecken, direkt vor die Füße der Abenteurer. Jolan und Munin erschreckten sich sehr. Sie wurden nun von zwanzig Harpien umzingelt, die anderen achzig standen auf Felsvorsprüngen über ihnen. Die meisten von ihnen waren Weibchen, weil diese für die Jagd zuständig waren.
Harpien haben einen Löwenkörper, Adlerflügel und Adlerköpfe. Sie sind nicht sehr groß, aber die Gruppe macht sie stark. Einzeln sind sie machtos, jedoch zusammen könnten sie sogar einen Drachen erlegen.
Mit ihren gelben Augen schauten sie Jolan und Munin an. Sie kamen immer näher und schnappten mit ihren scharfen Schnäbeln.
“Ihr könnt uns doch nicht einfach fressen, wir sind doch verwandt!” winselte Munin.
“Seid ihr das?” fragte Jolan ängstlich.
“Naja, sie sind schließlich halb Vogel, vielleicht bin ich ja ihr Neffe...?” meinte Munin. Doch er zuckte nach hinten, als eines der Harpienweibchen prüfte, wie weit sie ihren Schnabel öffnen musste, um den kleinen Vogel hinein zu bekommen. Dann sprang er gleich wieder nach vorne, denn hinter ihm standen auch hungrige Harpien. Eine Harpie wollte gerade zum Sprung ansetzen, da schrie etwas, wie ein Greifvogel. Ob es noch eine Harpie war?
Das Etwas kämpfte sich durch die Massen.
“Sagt mal, ihr Dummvögel, was macht ihr denn hier?!” fragte es. Die Harpien schauten es ausdruckslos an. Anscheinend wussten sie nicht, was sie hier taten.
“Wisste ihr nicht, wer vor euch steht?” fragte es. Wieder schauten sie es fragend an.
“Das ist der blaue Drache, den darf man nicht angreifen!” rief es. Wieder guckten die Harpien wie ein kleines Kind, dass etwas angestellt hatte und nun dafür gerade stehen musste.
“Er steht unter dem Schutz der weißen Magie und ist somit ein Verbündeter unserer Majestät!” blöhkte es. Jolan und Munin wussten nicht, was sie von dem Etwas halten sollten, aber anscheinend war es auf ihrer Seite.
“Jetzt schaut mich nicht so an, ihr Hohlbirnen! Wie kann man nur so dumm sein?” maulte das Etwas rum. Dann sagte es etwas zu sich selbst, was Drache und Vogel ncht verstehen konnten, was sich aber so anhörte wie “...die dümmsten Tiere...wie konnte die Zauberin nur...zum Schutz....einstellen...?” .
“Nun haut schon ab, ich kümmer mich um die beiden!” befahl es den Harpien. Diese verschwanden sofort. Dann wandte es sich zu ersten Mal zu Jolan und Munin.
“Haben sie euch irgentwas getan?” fragte es. Die beiden schüttelte nur den Kopf, sie waren sprachlos.
“Mein Name ist Fortuna, ich bin das “gefährliche” Phönixweibchen, das die Königin beschützt.” stellte sich das Phönixweibchen vor. “Wie heißt ihr überhaupt? Ich kenne euch nur als den “blauen Drachen” und den Vogel kenne ich gar nicht.” fragte Fortuna.
“Mein name ist Jolan und das ist Munin, der Valentia-Sittich. Ohne ihn hätte ich gar nicht die Reise zur Zauberin des Lichts angetreten.” stellte Jolan sich und den Vogel vor.
“Nun, Jolan und Munin, was begehrt ihr von unserer Zauberin?” fragte Fortuna.
“Wir brauchen ihre Hilfe um den Zauberer zu stürzen und unsere Welt vor dem Untergang zu bewahren.” erklärte Jolan.
“Ich werde euch begleiten, auch ich sehne mich nach einer Welt ohne die zerstörerischen Kräfte des Halbbruders der Zauberin. Außerdem kann ich euch zum Höhleneingang der Zauberin fühern.” meinte der Phönix. Drache und Vogel stimmten ein und die drei liefen los.
Jolan und Munin hatten eine neue Freundin gewonnen und schon bald würden sie bei der Zauberin des Lichts sein. Doch es gab noch so viele Fragen, die offen waren. Während sie liefen, stellte Jolan diese.
“Warum nennst du die Zauberin eigentlich immer Majestät oder Königin?”
“Weil sie eine ist. Das wird sie euch bestimmt sagen, wenn ihr bei ihr seid, sie ist nämlich sehr offen und großzügig.” sagte Fortuna.
“Und was hat es mit dem Halbbruder auf sich?”
“Naja, der Zauberer. Er ist der Halbbruder der Zauberin des Lichts. Die Zauberin Helie ist zwei Jahre älter als Hel. Helia ist die Tochter der Venus und des Saturn und Hel ist der Sohn der Venus und des Merkur. Helias Vater Saturn starb bei einer großen Schlacht und Merkur wollte nichts von den beiden Kinder wissen, also verließ er die Venus. Helia lies ihre Wut und ihren Schmerz mit der Kunst aus, Hel jedoch terrorisierte schon im Kindesalter Tiere und sogar menschliche Wesen. Alle hatten Angst vor ihm, bis seine Mutter ihn aus Sorge in einem Turm einsperrrte, aus dem sie ihn erst zu seinem zwanzigsten Lebensjahr raus lies. Man dachte, er wäre nicht mehr wütend, doch das war er, sogar noch wütender als zuvor. Zunächst zog er sich auf dem Planeten zurück, den er von seiner Mutter als Residenz bekam, dem Mond. Nachdem die Venus starb, durfte Helia auf ihrem Heimatplaneten, dem größten im ganzen Universum, regieren, der Sonne. Ihre Untertanen liebten sie so sehr, dass sie sie zu ihrer Sonnengöttin machten. Als Hel das hörte, wurde er so wütend, dass er den ganzen Mond zerstörte, was erklärt, warum er so aussieht, wie heute. Dann reiste er auf die Sonne und blendete seine Schwester, sodass sie erblindete. Eine blinde Königin konnte nicht mehr für ihr Volk sorgen und so tötete er mehr als die Hälfte des Sonnenvolkes. Die Übriggebliebenen brachten ihre Königin auf die Erde und versteckten sie hier im Helios-Gebirge. Doch ihr Bruder verfolgte sie. Es mussten Wachen ausgebildet werden. Die hundert Harpien, die euch begegnet sind, sind nicht mal die Hälfte von denen, die es auf der Sonne gab. Die Zentauer, die verstreut im Wald leben, sind nur noch wenige. Ich bn der letzte Phönix, der noch lebt, so heißt es zumindest, und die Sphinx ist nur noch eine Legende bei den Wesen, die auf der Erde
leben. Doch es gibt sie, ich kenne sie gut. Wir geben uns gegenseitig Kraft zum Überleben. Es ist unsere Pflicht, so lange zu kämpfen, bis wir sterben.” erklärte Fortuna.

Anmerkung des Einsenders: Diese Geschichte habe ich selbst geschrieben. Ich habe sie mit 10 Jahren begonnen und mit 13 fertig bekommen. Allerdings habe ich sie noch nicht vollständig vom Blatt auf den PC abgeschrieben. Darum konnte ich erstmal nur die erste Hälfte einschicken. Die Fortsetzung kommt hoffentlich bald^^

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Kommentare

  • Mon, 24 Nov 2008 20:14:11 GMT waaaaaaaahhh °.°*** von Julfine

    hab einige rechtschreibfehler und vor allem fehler im inhalt gefunden...kann mir
    jemand sagen, wooder wie ich meine geschichte nochmal bearbeiten kann? lg
    Julfine <3

  • Mon, 24 Nov 2008 20:14:03 GMT waaaaaaaahhh °.°*** von Julfine

    hab einige rechtschreibfehler und vor allem fehler im inhalt gefunden...kann mir
    jemand sagen, wooder wie ich meine geschichte nochmal bearbeiten kann? lg
    Julfine <3

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