Von wegen Midlife-Crisis

Mon, 01 Jun 2015 10:43:00 GMT von

Irgendwann, nach den ersten Alben und noch Jahre vorm Ruhestand, können sich durchaus Ermüdungserscheinungen zeigen. Nicht so bei folgenden Empfehlungen dieser Woche:

Heather Nova zeigt sich auf Album Nummer neun reif wie nie, Jason Derulo schickt sich auf seinem vierten Studioalbum an, Michael Jackson zu beerben, The Darkness frönen auch nach zwölf Jahren im Geschäft hemmungslos dem Glamrock und auch das Duo Glasperlenspiel ist sich musikalisch noch immer treu. Selbst Debütant Jamie XX kann als langjähriger DJ der Hipster-Formation The xx auf einen ordentlichen Erfahrungsschatz zurückgreifen.

Jamie XX - In Colour

Als vor einigen Jahren die Briten von The xx das gesamte Hipstertum in helle Aufregung versetzten, war er der Mann im Hintergrund: Nun veröffentlicht DJ Jamie XX mit "In Colour" sein erstes Soloalbum. Begleitet wird er zwar wieder von der allseits bekannten Sängerin Romy. Doch das hier entstandene Meisterstück ist allein Verdienst seines überragenden Talents. Verzückende Versatzstücke aus der Pop-Geschichte, perfektionierte Sampling-Kunst, dazu sphärische Disco, melancholischer Dance und trippiger House im allerbesten Sinne - fertig ist ein Paradebeispiel dafür, was mit grandiosem Pop-Eklektizismus gemeint sein kann.

Glasperlenspiel - Tag X

Wie man elektronische Musik, Disco und Pop hingegen möglichst massenkompatibel mit schlageresken Melodien und Texten verknüpft, zeigen Glasperlenspiel. Auf ihrem dritten Album "Tag X" schaffen Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg erneut eingängigen Elektropop mit Pseudo-Pathos à la Helene Fischer - die von dem Duo konsequenterweise nun auch auf Tour supportet wird. Musikalisch und ästhetisch treffen sie den ebenso angesagten wie nichtssagenden Neo-Romantizimus auf den Punkt. Radiotauglicher Erfolg garantiert, Geschenk für Mutti gesichert!

Heather Nova - The Way It Feels

Auf ihrem neunten Studioalbum zelebriert Heather Nova die Zurückhaltung. Alles auf "The Way It Feels" klingt reduziert, befreit von unnötigem Ballast. Die Arrangements sind sparsam, die Instrumentierung ist es auch. Selbst die Stimme der 48-Jährigen von den Bermuda-Inseln klingt so zerbrechlich wie nie. Großes Tam-Tam hat Nova auch nicht nötig, weniger ist oftmals mehr und hier Garant für wunderschönen Indie-Pop.

Jason Derulo - Everything is 4

Der King of Pop ist nun seit sechs Jahren tot - und noch immer wird Michael Jackson schwer vermisst. Seine Nachfolge anzutreten, haben sich schon viele auf die Fahnen geschrieben. Einer, der sich nicht nur anschickt, den Pop zu definieren, sondern auch das nötige Talent und den Style dafür mitbringt, ist Jason Derulo. Dessen viertes Studioalbum "Everything is 4" ist grandios produziert, extrem tanzbar und zeugt von modernem Glamour, wie man ihn selten erlebt. Jacko würde im Grabe dancen!

The Darkness - Last Of Our Kind

Als The Darkness 2003 mit ihrem Glamrock-Raumschiff auf dem Planeten Erde landeten, war das noch den einen oder anderen Lacher wert. Jetzt, zwölf Jahre und drei Alben später, lockt der glitzernde Spandex-Anzug von Sänger Justin Hawkins niemanden mehr hinterm Ofen hervor. Muss er auch nicht, denn The Darkness konzentrieren sich aufs Wesentliche, die Musik. Und die rockt auch auf "Last Of Our Kind" noch immer ordentlich: Eingängig, melodisch, mit kreischenden Gitarren und Falsett-Gesang präsentiert sich die Band - und immer mit einer gewissen Portion Selbstironie.

teleschau | der mediendienst



2 Kommentare

Wenn du dich anmeldest brauchst du deinen Namen nicht bei jedem Kommentar anzugeben.

17. Mai, 17:28 Uhr
von Jenny Grundmann

ich möchte für meine liebe nachbarin das lied schreiben und wo singen zur ihren geburtstag wo singen auf meine gitrarre spielen und da brauche ich die akkorde für Glasperlenspiel geiles leben
Viele grüße von Jenny Grundmann

11. Januar, 22:15 Uhr
von Nickelback

Haaaaaaaaaaaaaaammmmmmmmmmmmmeeeeeeeeeeeeeeeeeeerrrrrrrrrrrrrrr

Qmn