Musik News: Rihanna überträgt das Fieber auf ihre Fans

Mon, 07 Nov 2011 12:46:00 GMT von

Rihanna

(Quelle: Memor-eyes-1124,Lizenz:CC BY-SA 2.0)

Rihanna

Vergangene Woche mußte Rihanna zwei ihrer Shows in Schweden absagen, weil sie sich eine Grippe eingefangen hatte und die Ärzte ihr daraufhin Auftrittsverbot erteilten. Via Twitter ließ sie uns an ihrer Behandlung teilhaben und sie entschuldigte sich immer wieder für die ausgefallenen Auftritte. Am Freitagabend kehrte sie zurück auf die Bühne und rockte die TUI Arena in Hannover.

Nach ihrem Krankenhausaufenthalt vergangener Woche, zu dem eine Grippe sie gezwungen hatte, begeisterte die 23-jährige R&b Künstlerin Rihanna am Freitagabend ihre Fans mit einer frivolen, allerdings recht konzeptlosen Show aus der TUI Arena in Hannover. Der Saal war ausverkauft und rund 12.000 Zuschauer bangten bis zum Schluss, ob sie denn ihren Star auch wirklich erleben würden. Dann aber ging es los mit einem markerschütterndem Sound- und Videogewitter. Passend zum Motto ihrer Konzertreise mit dem Titel "Loud", ließ es die Sängerin aus Barbados an diesem Abend richtig krachen. Vier enorme, wie Lautsprecher-Chassis gestaltete, bewegliche Leinwände senken sich an Drahtseilen hängend auf die Bühne herab, dahinter wurde das Bild beherrscht von vier weiteren gewaltigen, übereinander angeordneten Bildschirmen. Darauf wurde Rihannas Einzug in die Halle übertragen. Dann öffnete sich der unterste Monitor und ein glitzergrüner Mini-Trenchcoat und rosa Hochfront-Pumps in einer Art Leuchtkugel stehend, wurden eingefahren, yeah-Rihanna on Stage! Währenddessen schmetterte sie lauthals ihren Welthit “Only Girl (In the World)”. Glitzer statt Grippe: Dass ihr die Ärzte ein "Partyverbot" erteilt hatten, um Erschöpfungszuständen vorzubeugen, blieb angesichts ihrer Bühnenpower nur verständlich. Aber Rihanna war unübersehbar fit an diesem Abend. Ihre Körpersprache sagte: Seht mich alle an! Folgt meinen Bewegungen! Spürt meine Energie! Diese waberte dann auch bis in die kleinste Ecke der Halle, sowohl unter den Zuschauern, wie auf der Bühne. Es bewegte sich immer irgendwo irgendetwas und seien es nur die Monitore.

Stellungskrieg und Hüftschwung

Es wurde getanzt und die Hüfte der Popgöttin kreiste. Jeder Song hatte seine eigene Choreografie, so, wie es üblich ist in dieser Größenordnung, wo die Hauptdarsteller in ein enges Korsett aus Licht-, Kulissen und Tanzregie zwängt werden. Aber hier diente alles nur dem Event, und das geizte nicht mit Eindeutigkeiten. Den vielen Kids im Publikum ersetzte das, was Rihanna und ihre Tänzer da auf der Bühne an Spreiz-, Kreis- und Wackel-Moves machten, ein bisschen den Aufklärungsunterricht, und der Rest hat eben auch fürs Hingucken bezahlt. Immerhin eilt Rihanna auch der Ruf einer Vollgas-Performerin voraus. An diesem Abend wurde das deutlich als sie die seitlichen Treppen hoch lief, sich auf einem Laufband quer über die Bühne fahren ließ, sich einen Zuschauer auf die Bühne holte, ihn nach FSK 18 mit einem Lap-Dance kurz um den Verstand tanzte und sich wie selbstverständlich wieder in ihre Tanzriege einreihte. Sie wechselte die Outfits, war mal die und mal jene, Partymaus, Charts-Queen, Fotoobjekt. Dann wieder It-Girl, Hit-Girl, Bit-Girl. Dennoch kam sie aber nicht heran an die Wirkung einer Künstlerin vom Schlage einer Christina Aguilera oder Pink - da fehlte ihr das "gewisse Etwas". Von einer grippegeschwächten Rihanna war allerdings am Freitagabend weder etwas zu sehen noch zu hören. Oder es ging in Sound, Licht und Jubel einfach unter. Wer Spektakel wollte, war hier bis zum Ende gut aufgehoben. Auch wenn es hinterher ein bisschen in den Ohren klingelte. Rihannas neues Album "Talk That Talk" kommt am 18. November auf den Markt.



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