Musik News: Roger Cicero mal anders

Sun, 30 Oct 2011 17:30:00 GMT von

Roger Cicero

(Quelle: eriwst,Lizenz:CC BY-SA 2.0)

Roger Cicero

Roger Cicero ist bekannt als Swing-Musiker mit großem Big-Band-Sound, aber nun müssen sich die Fans auf etwas Neues einstellen. Er habe sich nicht von seiner Big Band getrennt, sondern habe sie anders in Szene gesetzt. Ihm sei es wichtig gewesen auch mal klangliche Veränderungen reinzubringen, erklärte der 41-Jährige im dpa-Interview.

Das neue Album "In diesem Moment", hätte daher einen moderneren Sound, eben einfach mehr Groove. Trotzdem ist es eine typische Roger-Cicero-Platte, weswegen er selbst auch nicht glaubt, mit dieser Art der Musik Fans zu verlieren. Er selbst ist überzeugt, diese könnten nun einfach eine neue Facette an ihm entdecken. "Wenn das jetzt jemand ist, der völlig verborgene musikalische Leidenschaften noch geheim gehalten hat und die auf einmal auslebt und das auch mit Herz und Seele macht, dann hat das bestimmt auch etwas Anziehendes und nicht: 'was macht denn der jetzt'?". 2006 erschien Roger Cicero​s Erstling "Männersachen", bis 2009 folgten zwei weitere hochdekorierte Alben, über 300 Konzerte und ungezählte Termine. Cicero musste das alles für sich erstmal einordnen. Aus dieser Diagnose folgte auch das weitere Aufbrechen des mittlerweile zu eng gewordenen Swing-Korsetts, und zwar Stück für Stück, eingeleitet bereits auf dem letzten Album "Artgerecht". Es sind nun zweieinhalb Jahre vergangen und jetzt legt er  sein Album Nummer vier vor. Mit großer Vorfreude, jedoch erhöhter Pulsfrequenz und vielleicht etwas feuchten Händen: “Es gab keine Referenzen für unsere Arbeit, keine vorgetretenen Pfade, nichts, anhand dessen ich mir hätte ausmalen können, wie das Ergebnis wohl werden würde. Ich hatte schlicht keine andere Wahl, als mich immer wieder auf den Moment einzulassen. Und aus diesen ‚Momenten’ heraus ist das Album entstanden".

Den Moment auf den Punkt gebracht

So gereift und nachdenklich er sich in den Texten auch zeigt, Roger Cicero verliert nie seine von trockenem Humor geprägte, direkte Sprache. Manchmal ergänzt um seinen selbstironischen Blick, etwa wenn er zwischen dem nach Twenties und modernem Beat klingenden Opener "Alles kommt zurück" beiläufig das Comeback von Hüten und Swing-Musik erwähnt. Oder "Zu zweit" mit Jools Holland​ am Piano, bei whiskey-schwangerem, von extrem abgehangenem Bar-Jazz untermaltem Dialog mit der personifizierten Einsamkeit. So persönlich und intensiv die Arbeit an seinen Songs auch sein mag, ebenso akribisch ist auch die darauf folgende Produktion: “Die Big Band-Arrangements sauber einspielen, fünf Tage Studio, fertig, aus – das war bislang der übliche Ablauf. Und auch genau der richtige für den satten Big Band-Sound“, so Roger Cicero. “Aber diesmal sind wir andere Wege gegangen und haben uns drei Wochen und viel Feinarbeit gegönnt.“ Auf den Punkt gebracht wird "In diesem Moment" letztlich vom gleichnamigen Titelsong, der die Tiefe und Vielseitigkeit des gesamten Albums in sich vereint: eine Ballade, aber nicht melancholisch; getragen, aber mit Groove; emotional, ohne in künstliches Pathos abzuheben. “Es geschieht einfach alles gleichzeitig, das größte Glück und das größte Unglück, in jeder Sekunde, überall auf der Welt. Mir war es wichtig, einzelne Momentaufnahmen in diesem Song einfach neutral nebeneinander zu stellen. Sie nicht zu bewerten, sondern als gegeben anzunehmen und mich zu fragen: Was macht das mit mir – und was mache ich daraus?“ Die Antwort​ darauf gibt nicht nur dieser Song. Die Antwort gibt das gesamte Album.
Mit seiner Band und dem neuen Sound geht er ab Februar 2012 auf Tournee und wird dabei sicher neben den neuen Liedern auch seine alten Hits wie «Zieh die Schuh aus» und den 2007er Grand-Prix-Song "Frauen regier'n die Welt" singen.
 



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