Ton Steine Scherben – Der Turm stürzt ein Lyric

aus dem Album IV - Die Schwarze

Auf den Asphaltfeldern grasen
goldene Kälberherden Tag und Nacht.
Über ihnen Wolkenkratzer,
wo die Computer schmatzen.
Ach, wo ist noch Platz für mich
oder ein Dach für dich?
Hörst du es flüstern im Land?
Dracula sucht einen Sarg,
Helmut kauft sich Koks im Park.
Siehst du die Schrift an der Wand?

Refrain:

Der Turm stürzt ein.
Der Turm stürzt ein.
Halleluja, der Turm stürzt ein.

Der Pepsodent von Ju-Es-Ah
ist ein cooler Loser seiner Macht.
Glänzend, doch schon rostzerfressen
fliegt er durch den Wilden Westen.
Ach, wo ist noch Platz für mich
oder ein Dach für dich?
Hörst du es flüstern im Land?
Old Shatterhand und Nietzsche tot,
im Kaufhof klaut Gott sein Brot.
Siehst du die Schrift an der Wand?

Refrain:

Ruße in Beton und Stahl,
müde alles Material.
Hörst du das Flüstern im Land?
Jesus kommt trotz Pillenknick,
Flöte hat mit Faust gekickt.
Die Postbeamten tragen schwarz,
´ne Tonne Öl kost´ tausend Mark.
Siehst du die Schrift an der Wand?

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Kommentare

  • Panurg
    Sun, 28 May 2006 15:05:05 GMT Ton Steine Scherben stürzt ein von Panurg

    Ein fast lupenrein faschistischer, romantischer Kraftmeiertext! Es raunt, was
    "im Land" sich wohl schriftanderwandmäßig anbahnt - und Halleluja (ein Lob und
    Preisruf ist das!) wenn "der Turm" "einstürzt": Das ist faschistische
    Zusammenbruchsromantik PUR! An *welchen* Turm bzw. welche Türme man dabei
    zuvörderst zu denken hat, steht deutlicher als nur "zwischen" den Zeilen da...
    TSS sind angekommen "im Land" - luja! °kotzt°

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