Willy Lyrics

Willy

Mei, Willy, jetz wo i di so doliegn sich, so weit weg hinter dera Glasscheibn, genau oa Lebn zweit weg, da denk i ma doch, es hat wohl so kumma müaßn, i glaub oiwei, du hast as so wolln, Willy.

Ogfanga hat des ja alles 68, woaßt as no: Alle zwoa san ma mitglaffa für die Freiheit und fürn Friedn, mit große Augn, und plärrt habn ma: Bürger laßt das Glotzen sein, kommt herunter, reiht euch ein! Und du warst halt immer oan Dreh weiter wia mir, immer a bisserl wuider und a bisserl ehrlicher.

Mia habns eana zoagn wolln, Willy, und du hast ma damals scho gsagt: Freiheit, Wecker, Freiheit hoaßt koa Angst habn, vor neamands, aber san ma doch ehrlich, a bisserl a laus Gfühl habn ma doch damals scho ghabt, wega de ganzen Glätzen, die einfach mitglaffa san, weils aufgeht, wega de Sonntagnachmittagrevoluzzer: d´Freindin fotzen, wenns an andern oschaugt, aber über de bürgerliche Moral herziagn! Die gleichn, Willy, die jetzt ganz brav as Mei haltn, weils eana sonst naß nei geht! Und du hast damals scho gsagt, lang halt des ned, da is zvui Mode dabei, wenn scho die Schickeria ihrn Porsche gegan 2 CV umtauscht, dann muaß was faul sei an der großen Revolution, mitlaffa ohne Denken ko heut nia guat sei, aa ned für a guate Sach.

Gestern habns an Willy daschlogn,
und heit, und heit, und heit werd a begrobn.

Dann hast plötzlich mim Schlucka ogfanga, und i glaub, a bisserl aufgebn hast damals scho. I versteh di, des is ja koa Wunder, wenn man bedenkt, was alles wordn is aus de großen Kämpfer. Heit denkas ja scho mit 17 an ihr Rente, und de Madln schütteln weise an Kopf, wenn d´Muater iam Mo as Zeig hischmeißt und sagt, mach doch dein Krampf alloa, i möcht lebn, trotzdem, Willy, ma muaß weiterkämpfen, kämpfen bis zum Umfalln, a wenn die ganze Welt an Arsch offen hat, oder grad deswegn.

Und irgendwann hast dann ogfanga, die echten Leit zum suacha, de wo ned dauernd "Ja Herr Lehrer!" sagn, hinten in dene Kneipn am Viktualienmarkt und am Bahnhofseck. Echter san de scho, Willy, aber i hab di gwarnt, aufpassen muaßt bei dene, weil des san Gschlagene, und wer dauernd treten werd, der tritt halt aa amoi zruck, aber du hast koa Angst ghabt, i kenn di doch, mia duad koana was, mei, Willy, du dummer Hund du, jetzt sickst as ja, wia da koana was duad.

Gestern habns an Willy daschlogn,
und heit, und heit, und heit werd a begrobn.

Sakrament, Willy! Warst gestern bloß aufm Mond gwesen oder aufm Amazonas in am Einbaum oder ganz alloa aufm Gipfel, drei Schritt vom Himme weg, überall, bloß ned in dera unselign Boazn!

I hab in da Früah no gsagt, fahrn ma raus, as Wetter is so glasig, die Berg san so nah, schwänz ma a paar Tag, wia damals in da Herrnschui, an Schlafsack und die Welt in der Taschn, aber du hast scho wiederamoi oan sitzn ghabt in aller Früah, und am Abnd hast as dann wiedar amoi zoagn müaßn, daßd doch no oana bist.

Am Anfang wars ja no ganz gmüatlich. Und natürlich habn ma den alten Schmarrn wieder aufgwärmt, wieder amoi umanandgstritten, wer jetz eigentlich mim Lehrer Huber seiner Frau poussiert hat am Faschingsball, sentimental san ma gwordn, so richtig schee wars, bis der Depp an unsern Tisch kumma is mit seim Dreikantschlüsselkopf, kloa, schwammig und braun. Und dann hat a uns gfragt, ob ma beim Bund gwesen san, na ja, des habn ma ja noch ganz lustig gfunden, und daß a so froh wär, daß jetzt wieder Ordnung kummt in die rote Staatssauce, und die Jugend werd ja aa wieder ganz vernünftig, und die Bayern wissens as eh scho lang, wos lang geht politisch, Willy, i hab gnau gwußt, des haltst du ned lang aus, und dann hat a plötzlich as Singa ogfanga, so was vom Horst Wessel. Hinten an de andern Tisch habns scho leise mitgsummt, und dei Birn is ogschwolln, und plötzlich springst auf und plärrst:

Halts Mei, Faschist!

Stad wars, knistert hats. Die Luft war wiara Wand. Zum Festhalten. Da hätt ma no geh kenna, Willy, aber na, i verstehs ja, du hast bleibn muäßn, und dann is losganga an de andern Tisch: Geh doch in d´Sowjetunion, Kommunist! Freili, Willy, da muaß ma narrisch werdn, wenns scho wieder soweit is, aber trotzdem, laßn geh, hab i gsagt, der schad doch neamands mehr, der oide Depp, nix, hast gsagt, alle schadens, de oiden und de junga Deppen, und dann hat der am Nebentisch plötzlich sei Glasl daschlogn, ganz ruhig, und is aufgstanden, Willy, du dumme Sau, i hab di bei da Joppen packt und wollt di rausziagn, obwohl i´s scho nimmer glaubt hab, und du hast di losgrissen: Freiheit, des hoaßt koa Angst habn vor neamands, und bist auf ean zua und nacha hat a halt auszogn... Willy, Willy, warn ma bloß weggfahrn in da Früah, i hätt di doch no braucht, wir alle brauchen doch solche, wia du oana bist!

Gestern habns an Willy daschlogn,
und heit, und heit, und heit werd a begrobn.

13 Kommentare

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28. September, 08:15 Uhr
von Jens

Danke Konstantin Wecker für diese Augen öffnenden Lieder! Es wird wieder Zeit, dass wir uns nicht vorschreiben lassen wie wir regiert werden wollen, sondern mal genauer hinsehen. Es ist viel zu wenig politisches Interesse in der Jugend der heutigen Zeit vorhanden. So fahren wir die Karre an die Wand. Dieses Lied ist nicht nur im Bezug auf Neonazis wichtig, sondern in allen politischen und gesellschaftlichen Bereichen wichtig.
Leute: Schaut hin was über euch entschieden wird und lauft nicht aus Faulheit oder falscher Überzeugung irgendwo einfach mit!
Was keiner wagt, das sollt ihr wagen
Was keiner sagt, das sagt heraus
Was keiner denkt, wagt zu denken
Was keiner anfängt, das führt aus!

08. Februar, 13:30 Uhr
von R a d i k

A mo na kium ... Kash ma lan . Ööööt suus lan . Digga ich bin Radik von der Bronx lo

13. Oktober, 21:02 Uhr
von unbekanntlady

es ist Wahrheit, passiert, das Lied hat eine Geschichte. Passiert in München Schwantaler Höhe Giesing, (Ich hoffe, dass ich die Orte richtig geschreben habe). Es war damals ein Bandenkrieg, oder einfach eine Zwistigkeit. genau weiss ich es nicht, ich weiss es nur vonmeinem Vater.

17. April, 15:18 Uhr
von Erwin

wer den Willi nicht versteht, beweist damit die grenzenlose Dummheit des "neuzeitlichen Stils" ...

ismiregal
06. März, 19:02 Uhr
von ismiregal

Meine mum hat mir heute das Lied gezeigt und ich muss sagen es ist absolut genial. Wie man solch ein Lied "dumm" finden kann ist mir schleierhaft, ich bin zwar erst 17, aber selbst ich erkenne wie aktuell derartiges noch heute ist und würde liebend gern viel mehr Musik dieser Art hören. Ich frage mich wirklich warum es heutzutage nur noch so wenige Lieder gibt die sich, wie dieses hier, wirklich mit einem realen und ernsthaften Thema auseinandersetzten. :yes

16. Februar, 14:45 Uhr
von Ed Uscho

Was heißt neuzeitlich. Dieses Lied ist leider immer "up to date" wie kein anderes. Wer es nicht versteht hat in Geschichte nicht zugehört, und ist nicht in der Lage gesellschafts-politische Zusammenhänge zu erkennen.

04. November, 15:13 Uhr
von mafalda

...also wer hier "dumm" schreibt, hat echt keinen plan... vlei mal ordentlich zuhören und mal nachdenken!!! ...eins zwei winter, kommste och dahinter...

...konstantin wecker trifft wie immer den nagel auf den kopf! TOLL

22. Oktober, 21:43 Uhr
von Auf jedenfall nicht Willy :lol:

Nix, ich find das ist ein dummes Lied - hat keinen Stil oder trifft nicht den neuzeitlichen Geschmack :no

27. Januar, 15:20 Uhr
von free willy

@#$%


Der will nen längeren Text sonst wirds net reingestellt, sone sau. Naja dann schwanz in die @#$% und los gehts.

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27. Januar, 15:20 Uhr
von free willy

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27. Januar, 15:18 Uhr
von free willy

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Der will nen längeren Text sonst wirds net reingestellt, sone sau. Naja dann schwanz in die @#$% und los gehts.

12. November, 22:17 Uhr
von shaly

Was soll man dazu sagen?Ihr wißt doch alle ,daß es leider immer noch, immer wieder, immer mehr traurige Realität wird, was Wecker da vor vielen Jahren geschrieben hat. Nix an Aktualität eingebüßt, sollte man dieses Lied, von diesem Mann , täglich singen lassen, weils unter die Haut geht und noch weiter, und weils weiter gehne soll! logisch, daß einem bei so viel Dummheut, Dünnschiß und Verbrechen in diesem Land am Ende nur das Kiffen bleibt...

17. Oktober, 00:24 Uhr
von Alfons

Ich bin Lehrer und möchte den Text im Unterricht besprechen. "Willy" ist kein alter Song von K. Wecker, sondern leider traurige Realität der Jetztzeit. Ich erlebe "Willy" - im übertragenen Sinne und in abgeschwächter Form - tagtäglich!

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