Aerosmith ist eine US-amerikanische Rock-Band, die im Jahr 1969 gegründet wurde (sich aber erst 1970 in Aerosmith umbenannte). Hervorgegangen aus den beiden Bands "Chain Reaction" (Steven Tyler) und "Jam Band" (Joe Perry und Tom Hamilton). Kurze Zeit nach Gründung stießen Brad Whitford und Joey Kramer zur Band, der Tyler am Schlagzeug ablöste. Der Bandname stammt von Kramer und hat laut seiner Aussage nichts mit Arrowsmith, einem Roman von Sinclair Lewis zu tun. Vielmehr entstand der Begriff, als er mit seiner damaligen Freundin das Album "Aerial Ballet" von Harry Nilsson hörte und nach Namen für seine damalige Band suchte. Diese Band nutzte den Namen dann aber doch nicht, so dass er ihn später für die Gruppe mit Steven Tyler gebrauchen konnte.
Die anfänglich durchweg vom Blues beeinflusste Band sicherte sich nach Auftritten in Clubs einen Plattenvertrag mit Columbia Records. Ihr erstes Album "Aerosmith" – ein reines Bluesalbum - erschien 1973 und erreichte Platz 166 der Billboard-Charts. Ein größerer Erfolg kam aber erst mit der LP "Toys in the Attic" im Jahr 1975, welche Songs wie "Sweet Emotion", "Big Ten Inch Record" und "Walk this Way" beinhaltete. Mit "Toys in the Attic" hatten Aerosmith endgültig zu ihrem typischen Stil gefunden, wenn auch die Blues- und Rock-’n’-Roll-Einflüsse bestehen blieben.
Dann mit dem Erfolg kamen auch die Drogen. So erhielten Tyler und Perry den Beinamen "The Toxic Twins". Dann folgte 1977 mit "Draw the Line" noch einmal ein Album, das an die Güte seiner Vorgänger anknüpfen konnte, doch als Ende der 1970er Jahre die Streitigkeiten in der Band zunahmen, verließen Joe Perry und Brad Whitford Aerosmith und starteten ihre eigenen Projekte. Die Aerosmith-Restformation holte sich als Ersatz Jimmy Crespo (für Joe Perry) und Rick Dufay (für Brad Withford) an Bord und spielten die beiden Alben "A Night in the Ruts" (1979) und "Rock in a Hard Place" (1982) ein, konnten jedoch an die Qualität und den Erfolg früherer Tage nicht anknüpfen. Die große Zeit von Aerosmith schien vorüber. Erst als Perry und Whitford wieder zurück zur Band kamen, und sich Steven Tyler in eine Drogenklinik einweisen ließ, fanden sie den Weg zurück auf die Erfolgsspur. "Done with Mirrors" zeigte Aerosmith 1985 zwar wieder in deutlich gesteigerter Spiellaune, wurde allerdings trotzdem kein großer Erfolg, denn keiner wusste, dass Aerosmith wieder vereint waren. 1986 coverten Run-D.M.C. den Hit "Walk This Way" zusammen mit Aerosmith. Durch "Walk this Way" gerieten sie wieder an die Öffentlichkeit und hatten große Pläne für das Folgejahr 1987. Kurz darauf erschien die Single "Dude (looks like a lady)". Das neue Album hieß "Permanent Vacation" und wurde weltweit ein großer Erfolg. Weitere Singles erschienen 1987 und 1988, bis die Band sich wieder im Studio niederließ. Das Nachfolge-Album "Pump" erschien 1989 und brachte der Band mit Songs wie "Love in an Elevator" und "Janie's got a Gun" ebenfalls vorderste Chartplatzierungen und Verkäufe im zweistelligen Millionenbereich. "Get a Grip" (1993), "Nine Lives" (1997) und "Just Push Play" (2001) führten die Erfolgstory des amerikanischen Rock'n'Roll-Flaggschiffs fort. 2004 veröffentlichten Aerosmith mit "Honkin' on Bobo" ihr bisher letztes Studioalbum, das die Band zu ihren musikalischen Wurzeln zurückführte.
Gegenwärtig spielen Aerosmith wieder in ausverkauften Arenen und Stadien. Ein Phänomen, ist die bis heute anhaltende Attraktivität von Aerosmith in der modernen Musiklandschaft. Im Vergleich zu anderen erfolgreichen Bands der 1970er dürfen Aerosmith nach vier Jahrzehnten Bandgeschichte auch heute immer noch als zeitgemäß und innovativ gelten. Vor allem im amerikanischen Raum erfreut sich die Gruppe einer großen Beliebtheit, gerade auch beim jungen Publikum, bei welchem Steven Tyler und Joe Perry trotz ihres reifen Alters immer noch als Idole und Frauenschwärme betrachtet werden.
Sie wurden 2001 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen und bekamen 2002 den "MTV Icon"-Award, wo sie von unzähligen Musikern geehrt wurden, für die sie ein Vorbild darstellten. Mit "I Don't Want to Miss a Thing", dem Soundtrack zum Film "Armageddon – Das jüngste Gericht", gelang ihnen 1998 als einzige Band aus dem Album der Einstieg in die US-Billboard-Charts auf Platz 1.
Als markante Zeichen von Aerosmith gelten die Stimme von Steven Tyler, der durch sein Schreien die Lieder emotional aufwertet, und das Gitarrenspiel von Joe Perry, welches, mehr durch Melodie und Kreativität denn durch Geschwindigkeit besticht. Die Blues-Vergangenheit der Band spiegelt sich in Mundharmonika-Soli von Steven Tyler wider, aber auch in ihrem letzten Album "Honkin' on Bobo". Weltweit hat Aerosmith über 150 Millionen Tonträger verkauft.